Review: Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere

Endlich, endlich habe ich es nach langer Ankündigung nun auch endlich in den Hobbit geschafft.

Offizielles Filmplakat

Nach zwei sehr stark auf das Aufbauen fokussierte Filme, hat die Hobbit Trilogie mit „Die Schlacht der Fünf Heere“ nun endlich ihren Abschluss gefunden.

Ja, endlich. Denn eine signifikante Komponente hat sich durch alle drei Filme gezogen: das ununterbrochene Strecken der Buchvorlage.

Aber der Film hatte auch zum Schluss noch einmal gute Seiten, aber das alles könnt ihr in meinem Review nachlesen.

Vorsicht is aber geboten – Spoiler Alert 😉

Nun ist es also vollbracht. Auch die zweite Mittelerde Trilogie von Peter Jackson ist beendet.

In einem epischen Trailer wird uns eine Schlacht der Fünf Heere angepriesen und das so bezeichnete „definierende Kapitel“ der kompletten Mittelerde Saga.

Was wir bekommen ist tatsächlich eine Schlacht von zeitweise eher 4 1/2 Heeren und einen nahezu ewig währenden Epilog, der die Weichen für die Herr der Ringe Trilogie stellt – das allerdings zu einem hohen Preis. Aber der Reihe nach…

Um euch die Ereignisse des Films noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, hier nochmal der Trailer:

Kommen wir zunächst zu den negativen Dingen:

Der Plot

Alles klar, Erebor ist zurück erobert, nachdem Bart den Drachen umgebracht hat. Damit nimmt der Film das abgeschnittene Ende vom zweiten Film auf.

Das Tor Erebos (Modell)

Was danach folgt ist ein ellenlanger Aufbau einer Schlacht, die eigentlich nur ein Nebenschauplatz ist, nachdem Sauron schon relativ früh in den Osten verbannt wird und damit klar ist, dass das dunkle Mordor schon lauert.

Thorin erliegt der Drachenkrankheit und wandert Filmminute um Filmminute in seinem neuen Zuhause herum. Jede Minute symbolisiert dabei einer Moral, die Thorin flöten geht. Schließlich ist er in seinem wahnsinnigen Handeln kaum wieder zu erkennen.

Und da dauert es auch nur fast so lange, bis Thranduil auftaucht und eine Elbenarmee mit bringt, dicht gefolgt von Orks, Orks, Orks, ein paar Zwergen und… Adler. Danke an Radagast und die Adler, dafür dass sie  den Tag immer dann retten, wenn es wirklich aussichtslos erscheint.

Insgesamt hat sich der wenige Plot, der für diesen vergleichsweise zwar kurzen Jackson, aber doch generell noch langen Film ohnehin sehr gering war, ziemlich gezogen. Der Film nimmt nie richtig Fahrt auf, jedenfalls nicht so stark, dass man sich vollends in seinen Bann gezogen fühlt. Man merkt eben doch, dass die Buchvorlage signifikant kürzer gewesen ist als bspw. für drei Filme Herr der Ringe. Da können auch die zugedachten Figuren und Sub-Plotstränge nicht mehr viel ändern…

 

Das CGI

… ist mir, in zwei kurzen Worten, zu übertrieben.

Kampf des Elbenheers (links, in Gold) gegen die herbei geeilten Zwerge (nicht im Bild); Screenshot aus dem Trailer

Generell sind Fantasy Filme ohne hohe CGI Belastung heute ja Mangelware und nur bei ein paar darf man hoffen – looking at you, Star Wars VII – aber wenn man Herr der Ringe gewohnt ist, weiß man, wie es richtig gehen kann.

Auch im Herr der Ringe wurde CGI benutzt, aber meiner Meinung nach nicht so oft und offensichtlich. Es kommt einem fast vor als seien selbst viele Szenen, die wundervollen Kulissenbau beinhalten noch digital aufgemotzt worden. Da ich mir sicher bin, dass es im Herr der Ringe nicht unbedingt immer anders war, gehe ich einfach davon aus, dass es dort weniger auffällig war.

Unter die Kategorie fasse ich jetzt auch mal ganz verallgemeinernd die Grafik des Films. Am Anfang merkt man sehr stark, dass der Film eher für 3D Zuschauer gemacht wurde, als für 2D Zuschauer, dementsprechend lange habe ich gebraucht, um mich daran zu gewöhnen.

Die Musik

Sechs mal Mittelerde, sechs mal Peter Jackson – sechs mal Howard Shore.

Cover des Scores von Howard Shore

Auch diesmal wurde die Musik wieder vom selben Komponisten geschrieben, was ich mir lobe, da ein Wechsel in so einem signifikanten Franchise nicht immer die beste Wahl ist.
Diesmal allerdings kam es mir vor, als seien mit dem Plot auch Howard Shore die Ideen ausgegangen. Ich kann mich noch genau an ein Stück erinnern, das für mich aus einer Szene heraus gestochen hat – der Rest lief eher nebenher.

Nun, eigentlich ist ein untermalender und zurückhaltender Score nichts schlechtes, denn das ist schließlich seine Aufgabe. Den Film auf einer weiteren Ebene vollständig zu machen. Allerdings waren die Stücke, die Howard Shore kreiert hat, immer solche, die auch vollkommen alleinstehend eine fantastische Figur gemacht haben. Diesmal hat mir diese Möglichkeit aber gefehlt. Ob das wirklich so gravierend sein wird, wie ich es jetzt empfinde, werde ich allerdings wohl erst sehen, wenn ich den Score alleinstehend gehört habe.

Das große Sterben

Eröffnet von Smaug und Fili, über Kili und Thorin sterben fast so viele Hauptcharaktere wie in einer durchschnittlichen Folge von Game of Thrones. Da ist es klar, dass man irgendwann abstumpft, vor allem wenn ein Tod versucht den anderen in seiner Dramatik und Traurigkeit zu übertrumpfen.

Filis & Thorins Tod haben mich berührt. Vor allem, weil für mich Filis Tod eher unerwartet kam und Thorins Tod von einen großartigen Martin Freeman begleitet wurde, der spätestens in Sherlock bewiesen hat, wie überzeugend er den Tod eines Freundes spielen kann. Zudem verliere ich spätestens bei Charakteren, die sich aus Respekt/Trauer verbeugen oder niederknien die Fassung – jedes Mal wieder, wenn sich die Rückkehr des Königs dem Ende neigt.

Trotzdem bleibt ein bitterer Geschmack zurück, dass auch diese Szenen eher in die Länge gezogen wurden.

Legolas rettet einen Zwerg & Tauriel liebt einen Zwerg

Gerade was Legolas betrifft – was würde Gimli sagen, wenn er das wüsste?

~

Positiv sind mir, neben einzelnen Charakteren, leider nur wenige Dinge aufgefallen.

~

Die Elben

Teil von Thranduils Elbenheer. Im Vordergrund steht Bart, der Drachentöter.

Hallo, hallo, hallo! Die Kampf- und Bewegungsweise der Elben war, wie immer, großartig. Neben Legolas, der mir ein bisschen bulky und eckig vorkam – und außerdem die Schwerkraft auf der Self-Made Brücke außer Kraft gesetzt hat – war die Elbenarmee mein Highlight. Großartige Kostüme, synchron bis in die Fußspitze und mit absolut Kamikaze-würdigen Kampfmoves.

Wenn ich ein Heer befehligen wollte oder beitreten wollen würde, dann definitiv dem der Elben.

Der Drache

Smaug war meiner Meinung nach wundervoll animiert und inszeniert.

Offizielles Filmplakat feat. Smaug. (Bitte nicht mit dem offiziellen Cover zu Attack on Titan verwechseln) ;D

Er hat mich vollkommen in seinen Bann geschlagen, als er mit Bart spricht und die Stadt zerstört. Ein würdiges Ende, auch wenn er bei seinem Tod ein kleines bisschen die Drama-Drachen-Queen raus hängen lässt.

Elrond, Galadriel, Saruman & Gandalf

Oh boy, habe ich mich gefreut, als Elrond angefangen hat, die Geister der Menschenkönige zu bekämpfen. Es war wundervoll ihn in voller Kampfmontur und Action zu sehen.

Teil aus dem offiziellen Filmplakat

Gleiches gilt für Galadriel – die einen kurzen Ausflug in ihr The Ring Outfit macht – und Saruman. Bei letzterem bin ich mir allerdings nicht unbedingt sicher, wie viel er von seinen Stunts noch selbst gemacht hat, allerdings sieht Christopher Lee kaum einen Tag älter aus als in „Die Gefährten“.

Auf diese drei Stammcharaktere ist also Verlass und ich hab mich wirklich gefreut sie in diesem Teil zu sehen!

Kili, Fili und Dwalin

Meine Lieblingszwerge haben ihren persönlichen Showdown bekommen!

Dass Kili mit seiner „Beziehung“ zu Tauriel ohnehin einen besonderen Fokus bekommen würde, war mir klar, allerdings hab ich mich wirklich darüber gefreut. Schauspielerisch eine solide Leistung, allerdings war sein Tod nach dem von Fili fast ein bisschen … na ja, einfacher zu ertragen.

Womit wir auch schon bei Fili wären: als Bruder des „Boyband“ Zwergs wird er meiner Meinung nach viel zu sehr unterschätzt. Leider gehen aber auch Fili die Witze in diesem Film aus, was zwar verständlich ist, der Trilogie aber endgültig einen seiner tollsten Aspekte nimmt. Filis Tod war schlimm und traurig und war die Eröffnungssequenz zu dem großen Sterben.

Dwalin war als moralisches Gewissen Thorins toll. Graham McTavish’s Performance hat mir wirklich gut gefallen.

Thranduil

Bevor ich anfange über Thranduil zu sprechen, muss ich kurz eine Sache klar stellen:

Das hier:

Elrond, Herr von Bruchtal; reitet NICHT auf einem Elch

ist Elrond

Das hier:

Thranduil, Legolas Vater

ist Thranduil.

Da gibt es einige Unterschiede, angefangen bei Thranduils Reittier, dass nicht das von Elrond ist, nur weil beides mit demselben Buchstaben anfängt.

Ich sage euch, da habe ich gestern Abend im Kino so einiges gehört, was mich schockiert und amüsiert hat. Nicht, dass man sich im Mittelerde Universum mit alles auskennen muss, aber proklamierte Herr der Ringe Fans sollten diesen Unterschied schon kennen…

Thranduil, Legolas Vater und Herr über das Elbenheer, war mein ganz persönliches Highlight des Films.

Lee Pace spielt diese Rolle nahezu perfekt aus und lässt nur ganz am Ende ein bisschen nach, als der große, kühle Thranduil ein bisschen weich wird.

Ich habe mich über jede Szene mit ihm gefreut, da Lee Pace mit seinen Bewegungen, seiner Mimik und Gestik, sowie seinem Aussehen den puren Elbenstolz und auch die Arroganz jener verkörpert. Dafür gibt’s eine 1+!

Bilbo Baggins

Last but not least – unser kleiner Meisterdieb.

Martin Freeman hat auch diesmal wieder das Beste aus dem, was ihm an die Hand gegeben wurde, heraus geholt. Er bringt Witz in die Szenen und versucht sämtliche Längen in Grund und Boden zu spielen. Was ihm zwar nicht immer gelingt, aber der Wille zählt.

Offizielles Filmplakat feat. Bilbo

In einem Netz voller Sub-Plots bringt Bilbo zudem ein wenig Ordnung in die Sache und steht als Bindungsglied zwischen den Fünf Armeen. Sein Epilog war, trotz der bereits mehrfach erwähnten Länge, gut gemacht und ein hübscher, kleiner Abschluss (und Übergang) zur Herr der Ringe Trilogie.

~

Fazit:

„Der Hobbit – Die Schlacht der Fünf Heere“ war für mich nicht der schwächste Film der Trilogie – aber leider auch nicht der beste.

Manche losen Endstücke bleiben lose, über die ich persönlich gern mehr erfahren hätte und alles in allem fehlt dem Film einfach das gewisse Etwas. Deshalb ist der Film leider auch dem, was der Trailer verspricht, nicht bei gekommen.

Da ich meine Filme anhand des Preises der Kinokarte bewerte, hier meine Wertung für:

Der Hobbit – Die Schlacht der Fünf Heere

4,50€/8€

Das Overall-Rating der Trilogie setzt sich damit wie folgt zusammen:

Der Hobbit – Eine Unerwartete Reise

2/5 Sternen

~

Der Hobbit – Smaugs Einöde

4/5 Sternen

~

Der Hobbit – Die Schlacht der Fünf Heere

3/5 Sternen

~

GESAMT:

3/5 Sternen

~*~

Wie hat euch „Die Schlacht der Fünf Heere“ gefallen? Würdiges Prequel zur Herr der Ringe Trilogie oder doch nur das Finale eines geldmacherischen Dramas in drei Akten?

Lasst es mich wissen! 🙂

Bis dann,

Eure Tabi ♥

Advertisements

Ein Gedanke zu “Review: Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s