[Let’s Talk:] Buchbloggerin sein – Eine Neujustierung

Liebe Leserinnen, liebe Leser,books from the uk

es ist mal wieder so weit – nach zwei Monaten in der Versenkung wird es Zeit für ein Update. Heute soll es einmal um eine Debatte gehen, die an Aktualität eigentlich nie abnimmt: was bedeutet es eigentlich, Buchblogger zu sein? Oder genauer: was stelle ich mir unter dieser Bezeichnung vor?

Ich habe lange darüber nachgedacht, mich durch ein paar interessante Beiträge von Bloggerkollegen geklickt – und dann resümiert: was ich unter „bloggen“ verstehe und was es eigentlich heißt, Buchbloggerin zu sein…

In den letzten zwei Monaten hab ich so einiges getan – und davon ungefähr 0,00% gebloggt. Neben der Frühjahrsmüdigkeit und den usual suspects – Uni, Arbeit, das Leben – hat mich aber vor allem auch eine Debatte zögern lassen: immer mal wieder kommt in den sozialen Netzwerken und auf Blogs die Frage auf als was Buchblogger eigentlich gesehen werden und was sie vermitteln möchten. Geht es um Masse? Geht es um Inhalt? Geht es darum beides gekonnt zu verbinden? Geht es um die Freude am Lesen und die Begeisterung für Bücher? Steht das Buch im Mittelpunkt oder steht der Blogger im Mittelpunkt? Geht es um ehrliche Meinungen oder um mehr Schein als sein?

Die liebe Caro von Time And Tea hat dazu einen sehr ehrlichen Beitrag geschrieben – und zwar genau >hier< – und ich auch ich habe mich danach gefragt: was will ich mit meinem Buchblog eigentlich erreichen?

Viele von euch kennen sicherlich Brösel von Brösels Bücherregal – deren Seite momentan quasi under construction ist. Vor nicht allzu langer Zeit hat Brösel eine Bloggerpause angekündigt. Grund dafür war, unter anderem, auch wieder ein wenig Abstand zu gewinnen und alles so wertschätzen zu können, wie es ursprünglich mal der Fall war. Bereits zu diesem Zeitpunkt habe ich mich schon gefragt ob es nicht auch für mich eine gute Idee wäre, Abstand zu nehmen und meinen Inhalt mal unter die Lupe zu nehmen. Schreibe ich immer noch mit einem Ziel vor Augen, welches mehr als nur Leserzahlen beinhaltet? Lasse ich mir Zeit für Qualität oder zählt bei mir auch nur noch die Quantität?

Nun bin ich – flapsig gesagt – nicht halb so „erfolgreich“ wie bspw. Brösel. Und natürlich möchte ich viele Menschen in der Book-Community erreichen. Schließlich ist genau das ein Grund dafür, warum ich diesen Buchblog unterhalte – ich möchte mit Gleichgesinnten in Kontakt treten und über gute und weniger gute Bücher diskutieren. Das ist, in meinen Augen, im Idealfall eine Bereicherung für beide Seiten und 18 Augenpaare sichten mehr (Geheim)Buchtipps als mein eigenes (was auch noch eine Brille trägt, herrje.) 😉

Doch für Leserzahlen sollte der Inhalt nie leiden müssen. Und genauso sollte auch der Zeitdruck nie auf den Inhalt und seine Qualität einwirken. Ja, Rezensionsexemplare sollten im Idealfall „so schnell wie möglich“ gelesen werden, doch wo kommen wir hin, wenn wir das Lesen – eins der schönsten Hobbies – zu einem Zeitarbeitsjob machen? Oder, um das ganze in ein noch etwas kritischeres Licht zu rücken – wo sind wir dadurch hin gekommen?

Jeder einzelne von uns hat schon mal unter Zeitdruck gestanden und weiß deshalb wie unangenehm das sein kann. Ich selbst habe keine Hausarbeit geschrieben ohne nicht unter Zeitdruck zu stehen – jedes Mal selbst verschuldet – und Dozenten und Lehrer lügen nicht (immer), wenn sie sagen, dass sich Zeitmangel negativ auf das Ergebnis auswirkt. Rom wurde ja schließlich auch nicht in einem Tag erbaut (Geschichtsstudentin, weißte? 😀 )

Ein weiteres Argument für mehr Entspannung in unserem liebsten Hobby hat die Autorin Dahlia Adler auf ihrem Twitter-Account geteilt:

„An jeden Leser der sich komisch fühlt, wenn er oder sie Bücher von der Backlist (ältere Bücher) rezensiert: ich wünschte ihr könntet die Erleichterung und die Freude des Autors oder der Autorin spüren wenn sie sehen, dass die Leute das immer noch tun.“

Natürlich möchte man gern die neusten Bücher verschlingen und natürlich wartet man gespannt auf die Fortsetzung der Lieblingsreihe, aber nicht immer muss diese (anfängliche) Freude in einen Zwang ausarten. Nur weil 85% der Bloggerszene gerade ein bestimmtes Buch lesen und rezensieren und in den Himmel loben heißt das nicht, dass du oder ihr euch verpflichtet fühlen müsst dasselbe zu tun. Das schließt mich mit ein und ehrlich gesagt ist das auch eine der Lektionen, die ich erst seit kurzem beginne zu verinnerlichen. Irgendwie ist das Bloggerdasein da doch genau wie das echte Leben: man muss eben den goldenen Mittelweg finden. 😉

Was bedeutet das für „Ein Buch Kommt Selten Allein“?

Ganz einfach: ich bleibe nach wie vor bei meinem unregelmäßigen Posting-Rhythmus. Nicht jedes Buch erweckt in mir die Lust zum Rezensieren und das muss es auch nicht. Manchmal beendet man ein Buch und merkt: oh, da ist nicht so viel hängen geblieben, über das ich sprechen könnte oder schreiben wollen würde. Und das ist okay. Denn nur so bleibt einem, bzw. mir die Lust am bloggen lange erhalten.

Zudem möchte ich euch nicht von meiner Meinung überzeugen – ich möchte euch eine Möglichkeit bieten von einem Buch zu hören, es euch unvoreingenommen anzusehen und zusätzlich die Möglichkeit auf eine Meinung von vielen zu haben. Darin soll es um möglichst objektive, fundierte Darstellungen der Thematik, des Inhalts gehen und um eine subjektive, ehrliche (!!!) Meinung zum ganzen Rest. Denn konstruktive Reviews, die Kritik üben, sind nicht gleich schlechte Reviews! Ganz im Gegenteil: mehr Mut zu ehrlichen, konstruktiven und kritischen Reviews braucht das Bloggerland! (Mich eingeschlossen).

Ich möchte Spaß am bloggen haben – und möchte euch Spaß damit bereiten. Mein Anspruch an mich selbst und an meine Vorstellungen vom bloggen war es schon immer ein bisschen Witz mit hinein zu bringen. Witz, guten Inhalt und eine kleine, feine Plattform zum diskutieren und fangirlen.

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Ich freue mich auf viele weitere Rezensionen, Fangirl-Momente, Kritiken und alles, was zum Bloggerdasein so dazu gehört. Und ich freu mich auf euch ❤ 🙂

Bis bald,

Eure Tabi ♥

P.S.: Mini-Updates zu Büchern und ein Bücher-Bilder könnt ihr auch auf meinem Goodreads Account oder auf meinem Instagram Account finden. 🙂

 

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3 Gedanken zu “[Let’s Talk:] Buchbloggerin sein – Eine Neujustierung

  1. Hallo liebe Tabi!
    Schön wieder von dir zu hören! Ich schaute beinahe täglich auf deinem Blog vorbei und schaute, ob es was neues gibt 🙂
    Mit deinem Blogeintrag hast du völlig recht. Man sollte bloggen, wie es einem gefällt und Spass macht. Ich rezensierte schon oft Bücher, zu denen ich eigentlich nichts zu sagen hatte, was schrecklich endete und diese Beiträge wurden auch beim Blogumzug gelöscht.
    Ich machte mir in letzter Zeit viele Gedanken darüber, wie ich mehr Leser gewinnen könnte. Ich möchte nicht gleich 7000 Leser, aber momentan zweifle ich daran, dass überhaupt jemand meine Beiträge liest. Ich dachte es geht darum, möglichst aktuell zu sein und regelmässig zu bloggen. Aber manchmal ist das auch ziemlich stressig. Schön zu wissen, dass es anderen auch so geht 🙂

    Ich freue mich auf deine weiteren Beiträge, auch wenn ich manchmal eine zeitlang warten muss! Ich mag deinen Schreibstil wirklich gerne. Ich glaube du könntest über Kartoffeln berichten und ich würde es immer noch höchst interessant finden und Freude am Lesen haben 😀

    Liebste Grüsse
    Julia

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Julia,
      danke für deinen lieben Kommentar ❤ Ebenso wie deine Tweets vor nicht allzu langer Zeit wärmen sie mir wirklich das Bloggerherzchen 🙂
      Ja, ich glaube da ist es mit dem Blogger-Sein wie im wahren Leben: es fällt einem oft ein bisschen leichter wenn man weiß, dass man nicht alleine ist. Und ich kann definitiv nachvollziehen, dass du gern deine Leserzahlen erhöhen würdest. Das wollen wir als Blogger ja schließlich irgendwie alle, oder? 🙂 Ich fühle mich dabei am wohlsten, wenn ich mit anderen Bloggern kollaboriere – so wie bspw. bei den Unterschätzten Schätzen. Man lernt neue Blogger kennen, kann sich selbst einem neuen Publikum vorstellen, aber der Inhalt und der Spaß am Projekt steht immer noch im Mittelpunkt. Vielleicht kommt das für dich auch in Frage? 🙂

      Liebe Grüße,
      Tabi ♥

      P.S.: Der Beitrag zur Kartoffel ist schon in Arbeit ;D

      Gefällt mir

  2. Hallo Tabi,
    du sprichst mir aus dem Herzen, kann Deine Aussagen und Argumente nur unterscheiben! Es braucht zudem auch nicht jeden Tag einen neuen Post, die Informationsflut kann ja keiner bewältigen. Dafür mit Witz und Charme und (Selbst)Kritik.. Perfekt!

    Liebe Grüße
    Kati

    Gefällt 1 Person

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