[Let’s Talk:] „Buchmesse 2016“ oder „Ohne Lichter – ohne mich!“

 Liebe Leserinnen, liebe Leser,20161022_155810

Tag drei meines kleinen Blogging-Marathons „Four Days of Blogging“ und still going strong! Heute bringe ich euch einen druckfrischen Report von der Frankfurter Buchmesse 2016 mit! Bereits das vierte Jahr in Folge habe ich es geschafft bei der Buchmesse dabei zu sein, auch wenn es mir dieses Jahr einmal ausschließlich ums Bummeln und um die lieben Menschen, die man dort treffen kann, ging. Zum ersten Mal ohne richtige Agenda da zu sein war also sowohl komisch als auch wahnsinnig entspannt… (so entspannt, wie es eben in Halle 3.0 sein kann.)

Wen ich getroffen habe, was es alles zu sehen gab und was es mit dem (heute nicht so ganz ernst gemeinten) Titel auf sich hat – das gibt’s, wie immer, nach dem Sprung!

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„Halle 5.0“ oder auch „Hier können wir nicht richtig sein – ist ja gar kein Gedränge!“

Nachdem die Sicherheitskontrolle und das Jackenablegen durch gestanden war, standen wir – dass sind meine drei Buchmesse-Veteranen Roman, Zuzanna, Frauke, und ich – zum ersten Mal vor der Frage: „Wie kommen wir jetzt eigentlich auf das Messe Gelände?“

Wir entschieden uns für den Messe Bus, sprangen aber direkt wieder an der ersten Haltestelle heraus als Roman begeistert rief: „Man erwartet mich! Sie haben den roten Teppich ausgerollt!“. Romans Wahl brachte uns zunächst zu20161022_160005 den Internationalen Verlagen, die buchstäblich aus allen Herren Ländern kamen. In den vergangenen Jahren habe ich mich hauptsächlich in Halle 3 und 4 wiedergefunden, dass heißt ich war gar nichts anderes gewohnt als Gedränge und Lücken-Hopping. Deshalb war ich umso mehr verwirrt, wieso es in dieser Halle quasi genug Platz für ein ausgiebiges Picknick gab. Das ist ohnehin etwas, dass mir diesmal besonders aufgefallen ist: nicht nur die Gänge sind in einigen Hallen vakant, sondern teilweise auch die Stände. Gerade auch bei den internationalen Verlagen aus UK und US, die in Deutschland nun wirklich ein starkes Publikum haben, war kaum noch jemand zugegen. Selbst bei Bloomsbury konnte ich mir die Kehle aus dem Leib schreien, weil ich ein Samantha Shannon Plakat entdeckt hatte und niemand kümmerte es – weil einfach niemand da war. Vielleicht geht es gerade in diesen Hallen den Verlagen nur noch darum mit dem Fachpublikum in Kontakt zu treten, doch für das „gemeine Buchmesse-Volk“ macht das absolut keinen guten Eindruck. Unser Weg führte uns also recht schnell weiter in Halle 4.

„Halle 4.0“ oder „Auftritt: Karikaturen“

Auf dem Weg zur Antiquariatsmesse – eine kleine Messe in der Buchmesse drin – kamen wir dann zunächst in Halle 4 an einem Kalenderstand vorbei. Der vom Korsch Verlag um genau zu sein. (Es gibt auf der Buchmesse zwar auch noch eine Kalender Galerie, aberbeim Korsch Verlag kann man dann tatsächlich auch gleich kaufen.)

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Da im letzten Jahr gute Erfahrungen mit dem Kalender Kauf gemacht worden waren, haben wir uns auch diesmal viel Zeit genommen. Der Korsch Verlag lädt auch definitiv dazu ein, hat ein tolles Angebot, sehr freundliche Mitarbeiter und Gummibärchen – besonders letzteres überredet mich ja in Überschallgeschwindigkeit.;) Zusätzlich wurde heute ebenfalls zu Messepreisen verkauft und da kamen vor allem wir Kunst-Kalender Menschen voll zum Zug.

Schräg gegenüber des Korsch Verlages fanden wir dann unser Highlight des Tages!

Auf einem hohen Eckstand hatte ein Künstler aus Friedberg Buchstützen aufgebaut. Aber nicht nur irgendwelche – Karikatur-Buchstützen! Alle selbst vom Künstler – der vor Ort war und verkaufte – gezeichnet und dann auf massives Holz gebracht um so die lieben Kostbarkeiten zu stützen. Wir haben dort eine kleine Ewigkeit verbracht und es gar nicht so recht gemerkt, weil wirklich für jeden etwas dabei war! Von Shakespeare zu Schiller, von Mondrian zu Monet und von Willy Brandt zu Sissi und Franz! Ein wirklich toller kleiner Stand für sowohl Buchliebhaber als auch viele andere Interessenten! 🙂20161022_125355.jpg

Nebenan gab es dann noch die erwähnte Antiquariatsmesse – muss man auch mal gesehen haben, denn ich hab weder jemals zuvor eine so winzige Ausgabe von Faust gesehen, noch so alte Ausgaben von Dantes Göttlicher Komödie!

„Halle 3.0“ oder „’Lasst alle Hoffnung (auf schnelles Durchkommen) fahren!‘ – Dante (vielleicht)“

Hach, da war sie endlich – die ach so vertraute Platzangst, das (meist) vorsichtige Herumschieben um Menschentrauben und eine Vielzahl an bekannten deutschen Verlagen. Willkommen in Halle 3.0!

In den Vorjahren hatte ich in diesen Gefilden hauptsächlich meine Zeit verbracht und trotzdem vergesse ich jedes Mal aufs Neue wie voll es da werden kann. Lücken-Hopping wird hier wirklich zur essentiellen Eigenschaft, sollte man auch nur Ansatzweise Termine oder eine Agenda haben die es zu erreichen gilt. Hier trifft die komplette Vielfalt der Buchmesse aufeinander: Cosplayer, Kinder, Erwachsene, Jugendbuchliebhaber, Self-Publisher und solche, die es werden möchten, uvm. Und genau in dieser Atmosphäre habe ich Kerstin und Sophie wieder getroffen, zwei Bloggerinnen, die ich im letzten Jahr beim Piper Bloggertreffen kennengelernt habe. Es war super schön die beiden wieder zu sehen – und dafür hat es sich auf jeden Fall gelohnt durch die Menschenmassen in Halle 3 zu navigieren – und sie sind für mich, neben meiner Buchmesse-Crew, der Hauptgrund, warum Buchmesse mittlerweile mehr wegen der Leute als der Autoren für mich zählt.

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Man kommt so schnell ins Gespräch über Bücher und Rezensionen, Erfahrungen die man macht, Veranstaltungen die man besucht hat und Ideen, die man gemeinsam auf den Weg bringen möchte! Auch wir haben uns für den Rest des Jahres eine Aktion zusammen vorgenommen. Um was es gehen wird bleibt noch geheim, doch so lange könnt ihr auf den Seiten der beiden direkt mal vorbei schnuppern! 🙂

„Agora & die Niederlande“ oder „Ohne Lichter – ohne mich!“

Last but not least ging es noch einmal über die Agora, wo auf der Open Stage gerade der Fernsehkoch Horst Lichter im Gespräch war. Seit letztem Jahr hat es sich beim mir eingebürgert, dass es eine gute Buchmesse war, wenn mir Horst Lichter einmal über den Weg gelaufen ist. Letztes Jahr begegnete er Kerstin und mir auf einer der Rolltreppen – und blieb ganz cool, während wir nicht sofort auf seinen Namen kamen – diesmal war er in einem wirklich netten Gespräch auf der Agora, wo er trotz Regen eine tolle Stimmung verbreitete und ein paar wirklich gute Ansichten zum Thema „Glücklich sein“ teilte.

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Schließlich ging es auf dem Weg zurück noch einmal beim Gastland Niederlande und Flandern vorbei. Traditionell befindet sich das Gastland immer im Pavillon, so auch diesmal. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr prägte das Bild der diesjährigen Installation vor allem eine breite Projektion einer Küstenlandschaft, ein paar Schaukästen auf dem Boden und eine emsige Arbeitsgruppe, die ein Magazin live zusammenstellte. Wir waren ein bisschen überrascht, dass der großzügige Raum nicht voll ausgestaltet wurde, doch eine schöne Atmosphäre war es allemal. Zusätzlich gab es in einem dunklen Raum noch eine Art Brille auszuprobieren, die die Augenbewegungen und auch die Nutzung der Augen individuell registrierte und dann ein 3D Bild eben passend dazu projizierte (s. Bild).

Danach hieß es – nach einem letzten Abstecher zu den internationalen Verlagen von US, UK, u.a. – auch von der diesjährigen Buchmesse Abschied zu nehmen.

„Fazit“ oder „Das Ende dieses Beitrages“

Nach fünfeinhalb Stunden Messe und nur noch zu zweit resümierten wir auf der Rückfahrt. Ich war definitiv froh darüber diesmal mit weniger Stress auf der Buchmesse gewesen zu sein, auf der anderen Seite habe ich auch das Gefühl, dass – wie oben schon erwähnt – am einen oder anderen Ende der Messe dieses Jahr die Puste ausgegangen ist. Abgesehen von den Hotspots wie Halle 3 oder der Open Stage oder auch den einzelnen Fernsehbühnen war diesmal wenig dabei, was einen langfristig fesseln konnte. Natürlich ist das Messe Geschäft ein schnelllebiges, doch auch das Autorenangebot oder die Veranstaltungen waren diesmal weniger nach meinem Geschmack als in den Vorjahren (liegt aber natürlich vollkommen im Auge des Betrachters!).

Letztendlich hat es sich für die Gesellschaft und die Leute, die man so trifft, wieder einmal gelohnt und auch die Cosplayer sind immer ein Highlight.

„Du sollst die Cosplayer doch nicht segnen!“

„Wieso? Kann doch nicht schaden!“

Mal sehen wie es im nächsten Jahr so wird und ob ich es dann auch endlich einmal schaffe einer meiner Lieblingsbloggerinnen, der lieben Brösel von Brösels Bücherregal, über den Weg zu laufen! 🙂 Ansonsten kehre ich jetzt wieder zur Leseparty zurück, denn die war an diesem Messewochenende das eigentliche Highlight!

*

Wart ihr auf der Messe? Oder plant ihr vielleicht im nächsten Jahr einen Trip dorthin? Was versprecht oder wünscht ihr euch von der Buchmesse?

Lasst es mich wissen!

Eure Tabi ♥

 

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Ein Gedanke zu “[Let’s Talk:] „Buchmesse 2016“ oder „Ohne Lichter – ohne mich!“

  1. Liebe Tabi 😉

    Der Bericht gefällt mir total gut unf ich kann dir eigentlich nur in allen Punkten zustimmen, die Publikumskonzentration liegt ganz klar auf Halle 3.0, was ich sehr schade finde.
    Es war wirklich toll dich mal wieder zu treffen und über unser Projelt reden wir ja auch noch 🙂

    Liebe Grüße
    Kerstin

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