[Review:] Crooked Kingdom von Leigh Bardugo

crooked-kingdo

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am vergangenen Wochenende beendete ich, Dank Leseparty, endlich, endlich den zweiten und letzten Teil der Six of Crows Duology – Crooked Kingdom. Leigh Bardugo hat es geschafft dem ersten, großartigen Band einen zweiten, genauso tollen nachkommen zu lassen! Spannend, emotional, witzig und clever manövrierte sie uns und ihre Charaktere durch über 500 Seiten.

Für alle, die nicht wissen um was es in Six of Crows geht: Kaz Brekker, Meisterdieb aus Ketterdam, schert eine Crew um sich um in den sogenannten Ice Court einzubrechen, die Befestigungsanlage schlecht hin. Mein englisches Review zum ersten Teil gibt’s hier.

Meine Meinung zum zweiten Teil gibt’s nach dem Sprung! 🙂

[Prädikat: Party in the front – Spoiler in the back!]

crooked-kingdo

Titel: Crooked Kingdom

Author: Leigh Bardugo

Series: Six of Crows #2

Erschienen: 26. September 2016

Verlag: Henry Holt

Seiten: 546

Sprache: Englisch

Version: Taschenbuch

Es ist kein Geheimnis und kein Spoiler zu sagen, dass uns Six of Crows mit einem bösen Cliffhänger zurück ließ! Umso schöner war es dann – nach einem ewig langen Umweg über Amazon Lieferschwierigkeiten (mal wieder und auch zum letzten Mal) – das Buch endlich in Händen zu halten. Zurück in die Welt von Kaz und Co. zu tauchen. Doch war auch von Anfang an klar, dass es bereits das letzte Abenteuer der Crew sein würde, was dem ganzen Buch einen bittersüßen Beigeschmack gab.

Zum Inhalt soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden. Lediglich, dass es um eine Rettungsaktion und ein intensives Stand-Off und, ja, einen Krieg um die Vorherrschaft in Ketterdam geht. Und dabei steht alles auf dem Spiel – inklusive das Leben jedes einzelnen Charakters.

Auch in diesem zweiten Teil schafft es Leigh Bardugo wieder nicht nur einen vollendeten Spannungsbogen mit Twists und Turns zu konzipieren, sondern diesen auch in den Charakteren zu verankern: die Gegenspieler scheinen immer noch einen Trick aus dem Ärmel zu schütteln, die Verflechtungen immer noch eine Dimension tiefer werden zu lassen. Ein bisschen das Inception der Diebe – es geht immer noch ein Level tiefer! Dass ist es auch, was die Bücher von Leigh Bardugo nie wirklich langweilig werden lässt. Neben dem genialen world-building gibt es immer noch eine Wendung, die man nicht hat kommen sehen. Verstärkt durch die sechs (!) POV’s der verschiedenen Charaktere, die wie ein Kreis aus Scheinwerfern agiert: in manchen Aspekten überschneiden sie sich, in anderen bringen nur sie Licht ins Dunkel. Besonders was die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart angeht hat Bardugo hier eine tolle Balance gefunden! Ihre sechs Hauptcharaktere haben alle so eine individuelle Geschichte, jeder ein mehr oder minder schwer vom Schicksal gebeutelt, und dass ist es auch, was die Dynamik zwischen den Figuren so unbestreitbar faszinierend und witty macht.

Denn neben Spannung strotzt Crooked Kingdom vor allem durch Humor. Egal ob trocken oder schwarz, ob von einem Charakter ausgehend oder aus einer schnellen, schlau gemachten Interaktion heraus – es ist immer Zeit für einen Witz. Und wer liebt es nicht gut gemachten Witz in einem Buch?

Insgesamt gibt es für mich nur einen Kritikpunkt. Manchmal haben die Background-Stories der Charaktere in einer Situation eingesetzt, in der man doch gern in der Gegenwart geblieben wäre. Natürlich war es spannend die Figuren noch genauer kennenzulernen, ihre Motive zu verstehen und so auch ein bisschen Ahnung von dem zu bekommen, was sie vielleicht als nächstes machen werden, doch für den Spannungsbogen war das manchmal ein klein wenig hinderlich. Ich saß da ab und zu auf heißen Kohlen. 🙂

Da ich die Grisha Trilogie noch nicht beendet habe, kann ich nicht abschätzen wie „final“ Leigh Bardugo ihre Reihen generell abschließt, doch die Lösung hier hat mir gut gefallen. Natürlich wünscht man sich irgendwie so viele Infos wie möglich – und vielleicht auch noch die ein oder andere bedeutsame Geste oder Annäherung – doch spätestens seit Diana Gabaldon’s Feuer und Stein Reihe weiß ich ein etwas offeneres Ende definitiv zu schätzen! Der Leser bekommt keinen clean cut, keine „Ende gut, alles gut“, doch es ist definitiv irgendwie final. Und den Rest darf man sich dann selbst noch ein bisschen ausmalen. Die perfekte Mischung!

Und trotzdem verdrückt man am Ende dann doch irgendwie ein bis zwölf Tränchen. Wegen dem, was passiert ist und vielleicht auch wegen dem, was nicht passiert ist. Wegen Dingen, die gesagt wurden und Dinge, die unausgesprochen blieben. Und vor allem deshalb, weil man sich von diesen wundervollen, individuellen Figuren verabschieden musste.

Aber wie haben es uns die Dregs beigebracht?

No Mourners. No Funerals.

(And All The Re-Reads)

Rating: ☆☆☆☆☆

An dieser Stelle endet der non-spoiler Part des Reviews. Für alle die, die das Buch noch nicht gelesen haben deshalb hier die offizielle Warnung: SPOILERS AHEAD.

+++++++++SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER++++++++++

*

Emotional hatte es Crooked Kingdom wirklich in sich! Bereits im ersten Teil in dem sich Inej in Van Ecks Hand befindet fürchtet man mit ihr mit und fragt sich, ob er ihr wirklich die Beine brechen wird um ihren Geist zu brechen. Denn eins ist sicher: fähig ist dieser Mann zu allem! Man leidet so stark mit Inej mit und gleichzeitig hat man keine Ahnung, wie sie da heraus kommen wird, was Kaz geplant hat und was überhaupt zum Plan gehört und was nicht.

Gerade das oben schon einmal angesprochene Inception-Level der Plottwists in diesem Buch hat mich so begeistert! Doppelter Boden war gestern – unter drei turn-overs in einem Schlagabtausch ging hier nichts. Egal ob bei Inejs Rettung/Übergabe oder auch am Ende beim großen Showdown in der Kirche. Kaz Brekker und seine Crew sind die unumstrittenen Masterminds, doch auch Jan Van Eck hat sich diesbezüglich wahrlich mit Ruhm bekleckert.

Faszinierend war hier unter anderem die Fähigkeit von Kaz sowohl seiner eigenen Rache an Pekka Rollins, als auch der Rache an Van Eck nachzugehen, währenddessen mit einer Hand noch nach Inej’s Eltern zu suchen – auch wenn daran ja maßgeblich der ein oder andere Monarch beteiligt war – und dann auch noch mehr oder minder zu improvisieren. Und das auf eine wirklich, wirklich gruselige Art und Weise. (Looking at you, „buried your little kid, but pssst, not really“-Coup!). Er ist wirklich ein criminal mastermind und ja, tatsächlich auch ein bisschen das Monster, vor dem er Inej versucht zu warnen. Allerdings ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt so final, wie Kaz es darstellt. Mehr wie eine temporäre Anpassung an das, was ihm widerfahren ist und dem, was er deshalb noch durchziehen muss. Das letzte Kapitel mit Inej ist dafür das beste Beispiel. Und auch eines der Gründe, warum dieses Buch im Endeffekt so großartig war.

Denn Leigh Bardugo legt nicht nur „nur“ den Grundstein für Kaz‘ weitere Entwicklung und ein etwaiges Happy End „off-screen“, sondern sie bricht uns mit Matthias Tod auch leider ganz schön das Herz. Allerdings machen es gerade solche Dinge realitätsnäher. Natürlich befinden wir uns hier in einer Fantasie-Welt, doch das macht es nicht weniger wichtig doch noch ein wenig Logik darin wiederzufinden. Und dass nicht alle dieses Abenteuer überleben würde war bei diesen Überlebenschancen pure Logik. (Wenn wir ehrlich sind war es schon ein Wunder, dass alle heil aus dem Ice Court raus gekommen sind.) Matthias Tod war auf der einen Seite dramatisch – gerade weil Nina ihn mit ihren neuen Fähigkeiten trotzdem nicht retten konnte – auf der anderen Seite fast schon schnörkellos und friedlich, als er in seinem letzten, kurzen Kapitel das Gefühl hat endlich angekommen zu sein. Man gönnt es dem drüskelle, der – wie alle Dregs – so viel durchmachen musste. Nicht ganz so sehr wie man ihm ein Leben mit Nina, vielen Waffeln und ein paar Kindern gegönnt hätte, aber eben doch so gut wie man kann.

Generell war es dieses Ereignis, was dem Buch den Weg zu einem stillen Ende verholfen hat. Die Trauer um und der Verlust von Matthias brachte das nötige Entschleunigen ins Buch, denn – wie die Charaktere selbst feststellten – sie alle hatten das Gefühl irgendwann einfach unsterblich zu sein und jeder noch so widrigen Situation entgegentreten zu können. Genau dieser Vorfall hat die Dregs wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt und den Weg für ein vielleicht sogar bedächtigeres Leben geebnet. Way to end a book!

Letztendlich hätte ich gern gewusst, wie es mit Inej, Kaz, Wylan, Jesper und – vor allem – Nina weiter gegangen wäre. Doch wie bereits oben erwähnt: lieber ein Ende ohne Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! (Looking at you, Diana Gabaldon!)

tumblr_n6n6m4pvut1rgubngo1_500

+++++++END OF SPOILER END OF SPOILER END OF SPOILER+++++++

*

Habt ihr Leigh Bardugos Six of Crows Reihe gelesen? Wart ihr ebenso zufrieden mit dem Ende oder hat euch irgendetwas gefehlt? Und würdet ihr auch für ein drittes Mal in die Grisha Welt zurückkehren oder freut ihr euch auf Bardugos neue Projekte außerhalb dieses Universums?

An dieser Stelle auch nochmal ein kleines Dankeschön an all die Leseparty People, die gerade das letzte Drittel mitbegleitet und das Erlebnis, welches dieses Buch ist, noch intensiver gemacht haben – allen voran Jess von Primeballerina! 🙂

Eure Tabi♥

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s