[Tabi und Julias Wort zum Sonntag]: Damsel in Distress in YA

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute ist es endlich so weit: es ist Zeit für eine neue Kategorie!

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„Tabi und Julias Wort zum Sonntag“ ist eine Diskussionsreihe von Julia (Julias Wunderland) und mir, Tabi. Jeden zweiten Sonntag im Monat widmen wir uns darin zusammen einem Thema, dass rund um unsere geliebten Bücher entstanden ist. Wir freuen uns auf spannende Themen und angeregte Diskussionen mit euch!

Volume I: The Evolution of Mara Dyer the Damsel in Distress in Young Adult.

Wie definiert man eigentlich Young Adult?

Die Zielgruppe der Genre Young Adult sind offensichtlich junge Erwachsene. Kurz gesagt also Teenager und Menschen anfangs/mitte 20. Die Protagonisten sind meistens im selben Alter. Diese bewältigen Probleme wie du und ich sie haben, spielen also oft in der realen Welt.

Und was ist eine Damsel in Distress?

Eine Damsel in Distress (z.dt.: Verfolgte Unschuld) ist eine weibliche Charakterform in der Literatur und anderen Medien. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie in Not geraten ist und nicht allein aus der Gefahr entkommen kann, sondern durch einen (zumeist) männlichen Helden gerettet werden muss. Dieses Charakterprofil gibt’s bereits seit der Antike und wird bis heute als Stereotyp, als Begriff in den Gender Studies und natürlich immer noch für Figuren in der Literatur benutzt. Vor allem im Young Adult Genre taucht diese meist nicht sehr beliebte Form der Damsel in Distress wieder vermehrt auf. Dabei ist die Mutter aller 2010er wohl Isabella Swan aus Twilight (ehrlich, sogar Wikipedia gibt sie als Definitionsbeispiel an!). Deshalb beginnen wir auch direkt mit Stephanie Meyer’s bekanntester Figur…

Bella Swan (Twilight): Die Mutter der (neuen) Verfolgten Unschuld

Die 17 jährige Isabella Swan, von allen nur Bella genannt, zieht ins regnerische Forks zu ihrem Polizistenvater Charlie und trifft auf der ortsansässigen Highschool einen Vampir und einen Werwolf in spé. Diese Geschichte kennt heute buchstäblich jeder, sei es durch die Buchreihe oder durch die dazugehörigen Filme oder durch die Graphic Novels oder, oder, oder…

Was auf die „große Liebesgeschichte“ von Edward und Bella, das Love Triangle zwischen Mensch, Vampir und Werwolf folgte war ein verrücktes Phänomen: jahrelang fieberten Mädels und Jungs aus allen Teilen der Welt mit, hypten was das Zeug hielt. Doch mit einem immer stärker werdenden Drang zur weiblichen Emanzipation, dem Feminismus und genereller Gleichberechtigung nahm auch die Begeisterung für Twilight und Bella Swan ab. Es wurde regelrecht cool Twilight blöd zu finden, die Darstellung einer weiblichen Protagonistin wurde stark kritisiert und Bella Swan wurde zur Mutter der modernen Damsel in Distress.

Aber was macht Bella zur Verfolgten Unschuld?

Na ja, da hätten wir Punkt Nummer 1, der ziemlich offensichtlich ist: Twilight sprüht zwischen den Zeilen vor sexueller Spannung, denn immer geht es irgendwie darum wann und warum nicht und mit welchen Vorkehrungen überhaupt. Bella ist also ganz buchstäblich eine Jungfrau in Nöten.

Aber auch im übertragenen Sinne ist Bella ziemlich unschuldig: sie glaubt rigoros ans Gute im Menschen (oder im Edward… oder im Jacob) und versucht generell Situationen irgendwie immer diplomatisch zu lösen. Okay, bis auf diese Selbstmordaktionen – die zählen nicht!

Aber genau diese Monate der tiefen Depression beispielsweise sind ein wichtiger Faktor der Form der Verfolgten Unschuld, welche Bella als Charakter damals establishte: Co-Abhängigkeit. Die Unfähigkeit dem eigenen Leben einen Sinn ohne männliche Hilfe zu geben. Denn auch durch ihre post-Edward Depression kam sie eigentlich nur mit Hilfe von Jacob raus…

Nun zog Twilight ja nicht nur eine ganze Generation an jungen und älteren LeserInnen nach sich, die glaubten, dass eine Beziehung genau SO sein müsse, sondern bekanntermaßen auch Phänomene wie Fitfy Shades of Grey, welches ja nun nicht strikt ins YA Genre gehört. Welche Typen der Damsel in Distress haben sich seitdem aber im Genre entwickelt?

Hidden Damsell in Distress:

Diese Protagonistinnen sehen auf den ersten Blick knallhart aus, aber auch sie sind nichts anderes als eine Damsel in Distress. Sie verlassen sich auf andere, haben einen zu weichen, naiven, hilflosen Kern und müssen immer einen Mann in der Nähe haben, sonst scheinen sie nicht zu funktionieren.

Alana (Plötzlich Banshee) [SPOILER]

Alana ist eine Banshee, gesteht sich das aber nicht ein. Die Tatsache, dass ihr bester Freund ein Kobold ist, steckt sie allerdings mit links weg. Das macht schliesslich auch Sinn, aber sie eine Banshee? Niemals! Trotzdem hat sie sich dann selbst dazu auserkoren die Welt von den Bösewichten zu befreien. Das funktioniert überhaupt nicht, aber statt ein männlicher Held kommt aus dem Nichts ihre Mutter und retter mal eben die Welt. Ohne ihre Mutter wäre Alana schlichtweg vereendet. Tja, so viel zum Thema Badass…

Tris (Divergent)

Diese Kandidatin hat scheinbar mehr auf dem Kasten. Sie wendet sich gegen ihre Fraktion und schliesst sich den Ferrox an. Genial, nicht wahr? Aber Four, der absolut gutaussehende Ferrox, bei dessen Anblick sie alles vergisst, hilft ihr um stärker zu werden. Tris wird auch stärker, was auch nichts Verwerfliches ist, allerdings hätte sie wohl nie bei den Ferrox überlebt, wäre Four nicht gewesen. Er hält ihr den Rücken frei, greift in ihren Kämpfen ein und verprügelt andere, sobald sie Tris etwas tun wollen. Ohne Four wäre Tris wohl schon ziemlich schnell aus der Fraktion geflogen.

America Singer (The Selection)

Eigentlich tut sie im Buch ja nicht viel mehr als einfach hübsch auszusehen, Zickereien mit anderen Mädels anzufangen und sich zwischen zwei Jungs nicht entscheiden zu können. Andere Dystopie Protagonistinnen wünschten sich, sie hätten so viel Freizeit…

Assassine in Distress:

Celaena (Throne of Glass)

Ja, liebe Throne of Glass Fans, das wird euch nicht gefallen. Celaena ist eine knallharte Assassinin, aber eine in Distress. Lasst es mich erklären: Ja sie war in Endovier und hat scheinbar ein paar coole Moves abgezogen, allerdings sehen wir das im ersten Band ziemlich wenig. Kaum erblickt sie den Hottie Dorian oder Chaol vergisst sie mal eben ihr Assassinen-Dasein weil Dorians Lippen ach so weich sind. Ausserdem zeigt sie in Band 1 kaum etwas von ihren Assassinenfähigkeiten, sondern schmachtet lieber die Hotties an. Im zweiten Band fährt sie dann zwar ihre Krallen aus, hüpft aber von einem Mann zum nächsten und nennt es dann die grosse Liebe, nur um ihn gleich wieder abzuservieren.

Sci-Fi Heldinnen:

In den letzten Jahren hielten vor allem auch viele Sci-Fi Bücher im YA Genre Einzug. Sei es Pierce Browns Red Rising Trilogie, Marissa Meyers Space-Odyssey-FairyTale-Retelling-Saga The Lunar Chronicles oder Amie Kaufman und Megan Spooners Reihe These Broken Stars: Sci-Fi ist In. Und auch hier gibt’s ein paar weibliche Protagonistinnen, die man genauer unter die Lupe nehmen sollte…

Mustang (Red Rising)

Brutal, gewaltig, römisch – dass sind nur ein paar Worte, um Pierce Browns Debüttrilogie Red Rising zu beschreiben. Hauptcharakter: Darrow, ein Marsianer – keiner von der kleinen, grünen Sorte – der Rache an der Oberschicht für den Tod eines geliebten Menschen nehmen will. Eine starker Support? Mustang! Mustang ist eine Kriegerin. Und sie ist nicht nur mysteriös (zumindest zu Beginn), sondern weiß auch, was sie will. Gefahr aus der sie gerettet werden muss? Eher anders herum: Mustang bringt Männer und Frauen in Gefahr, aus denen man diese dann retten muss. Dabei bleibt sie aber auf dem Boden und ist keine Assassine, die ständig mit ihrem Heldentum angeben muss. Zumindest nicht mehr, als das in einer römisch geprägten Gesellschaft notwendig ist…

Cinder (Wie Monde So Silbern):

Cinder ist ein Cyborg. In China. In der Zukunft.

Kai ist Prinz. Von China. In der Zukunft.

Wenn ich euch jetzt noch sage, dass es sich hierbei um ein Re-Telling von Cinderella handelt, dann wisst ihr, wo der Hase lang läuft, oder?

Teile der Reihe spielen im Weltall, die böse Königin kommt vom Mond und auch Cinder macht den ein oder anderen Abstecher in die fernen Weiten. Ohne zu viel vorweg zu nehmen darf gesagt werden, dass Cinder kämpft. Für sich und andere und ja, auch für den Prinz ihrer Träume. Doch sie balanciert diese beiden Dinge gut aus, lässt sich auch mal von einer Schwärmerei hinreißen – wie das uns normalsterblichen eben auch passiert – verliert dabei aber nie das große Ganze aus dem Blick. Auch in diesen Büchern gibt es weibliche (und männliche Protagonisten) die als Damsel in Distress durchgehen würden, aber besonders Cinder und Scarlet sind zwei Hauptcharaktere, die Stärke und – am allerwichtigsten – Unabhängigkeit demonstrieren. Sie stehen auf eigenen Beinen und treten der Gefahr entgegen statt auf ihren Prinzen zu warten. Mehr noch: sie holen den Prinzen gleich selbst im Schloss ab!

Andere Beispiele sind Katy und Hanna aus den Illuminae Files von Jay Kristoff und Amie Kaufmann und, nach ein, zwei Büchern, Amy aus der Godspeed Trilogie von Beth Revis.

*

Intermezzo: das Love Triangle

Im großen Buch der Reihen steht geschrieben: im ersten Buch sollen sich die Liebenden erblicken und alsbald umeinander werben. Ist der Paarungstanz vollführt, so lasse man die beiden mehr oder minder glücklich in das Ende entschweben. In Buch zwei nun kommt aber ein dritter hinzu. Sei es ein Neuling, ein Nachbar, ein Freund, eine Nachbarin oder Freundin – zielsicher wird sich holder Mann oder holde Maid im Augenblick des Streits zwischen die Liebenden werfen und ZACK, Love Triangle!

Ach ja, wer kennt es nicht. Das Love Triangle! Hat es sich früher als eine Art von Lückenfüller, wie bspw. in Twilight verhalten, so beginnt es manchmal bereits in Buch 1, Seite 12 (so geschehen u.a. bei Throne of Glass). Manchmal ist es nicht mal nur ein Lückenfüller, sondern verhilft gewissen Charakteren dazu noch unsympathischer zu wirken, s. The Selection. Kurzum: Love Triangles sind selten etwas nachvollziehbares, sondern meist nur nerviger Beigeschmack, der die Person, um die sich zwei andere „streiten“ meist auch irgendwie verwöhnt wirken lässt. Du hast also zwei Männer/zwei Frauen an der Hand und kannst dich nicht entscheiden? Okay, aber muss es da zusätzlich zu diesem Luxusproblem auch noch so kommen, dass du mit beiden etwas anfängst um „herauszufinden“ für wen deine Gefühle stärker sind? Die Erklärungen hierfür sind mannigfaltig: Bella fing etwas mit Jacob an weil Edward weg war und sie jemand auf den Beinen halten musste. Später spielte sie, kinda just for the funsies, noch ein bisschen mehr mit seinen Gefühlen, obwohl schon abzusehen war, dass Jacob immer die zweite Geige spielen würde. America Singer, everybody’s darling, datete erst den einen, ging dann über zu dem anderen weil sie ja „irgendwie musste“, dann wurden die Gefühle aber stärker für zweiteren, aber den ersten konnte sie trotzdem nicht in die Röhre gucken lassen, weil – sind wir mal ehrlich – diese Aufmerksamkeit auch einfach zu nett für sie war, um sie aufzugeben. Und dann sagen beide auch immer noch so nette Dinge!

Hach.

Ja.

Würg.

Love Triangles sind sicherlich etwas, was entstehen kann. Es ist schließlich wie im echten Leben: Gefühle lassen sich nicht planen. Und auch als Plotdevise bietet sich ein Love Triangle an, ohne Frage, allein schon wegen der Dramatik. Aber gerade wenn mit Gefühlen gespielt wird um herauszufinden, wen man besser findet und nach 13 Versuchen in jeder Kombination immer noch keine Entscheidung getroffen wurde, dann gilt das Wurstthekenprinzip:

„Du sollst probieren von verschiedenen Sorten, doch ist die Wursttheke leer, muss bald mal ’ne Entscheidung her.“

Generell gilt aber: Temporäre Love Triangles okay, überzogenes Drama eher ney.

Zu einer Damsel in Distress gehört natürlich auch immer ein (oder, im Falle eines Love Triangles, zwei) meist männliche Gegenstücke. Meist nehmen sie als Gegenpart zur Damsel in Distress den Helden ein. Aber dass die Rolle des Retters ebenso verschieden ausgeprägt sein kann wie die einer Damsel in Distress zeigen folgende Beispielkategorien.

*

Der Hottie von Nebenan

Daemon Black, einer der wohl bekanntesten Hotties von nebenan aus den letzten Jahren, ist (ACHTUNG SPOILER) ein Alien. Und fast buchstäblich „hot“. Denn sein originaler Körper besteht aus Licht und zumindest im Falle von Sonnenlicht kann das ganz schnell ganz schön warm werden. Der Lux ist am Anfang nicht nur halb nackt, halb verschlafen und völlig grumpy, sondern er rettet sein Gegenüber, bzw. seine Nachbarin Katy auch des Öfteren mal aus ein bis sechs brenzligen Situationen. Bonuspunkte gibt’s hier allerdings dafür, dass Katy irgendwann beginnt und Daemon ein wenig ebenbürtiger wird. Leider bricht hier die typische Rollenverteilung nie ganz auf, weshalb Daemon – zumindest am Anfang – der typische Hottie Hero von Nebenan ist.

Jacob Black aka DER Crush der Teenie-Julia

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Ähnlich „hot“ und halb nackt ist auch der hier bereits erwähnte Jacob Black. Der ist diesmal kein Alien, aber dafür ein Werwolf mit überdurchschnittlich höher Körpertemperatur. Im Winter bestimmt von Vorteil, im Sommer eher ein Kriterium um ihn auf Abstand zu halten… (mag das vielleicht die ultimative Erklärung für Bellas Verhalten sein?). Jacob ist irgendwie der typische Held von nebenan, der am Ende, kind of, in die Röhre schaut: rettet er Bella doch aus einer tiefen Depression und baut sie wieder zu einem (fast) eigenständigen Wesen auf, wird ihm das am Ende damit gedankt, dass sie ihn für einen anderen verlässt. Gut, die Ausgangssituation in Twilight war von Anfang an ungünstig, aber das Spiel mit Jacobs Gefühlen ist doch offensichtlich und unnötig. So wird er vom hotten Helden von nebenan zum Trostpflaster von nebenan … immerhin mit Wärmeffekt!

Der Hottie aus dem Schloss

Dorian (Throne of Glass)

Er ist wohl DER Hottie aus dem Schloss. Er erfüllt wohl alle Vorausetzungen dafür: Mädchen laufen ihm in Schwärmen hinterher, die richtige hat er allerdings noch nicht gefunden, er hat den Traumkörper schlechthin und irgendwann hat er ein gefährliches Geheimnis. Als Kronprinz muss er natürlich viele Aufgaben erledigen, hat aber immer wieder Zeit Celaena einen Besuch abzustatten. Für ihn als Prinzen ist es natürlich beinahe eine Beleidigung, als seine Ex ein Auge auf den Wächter wirft. Also bleibt er stinkig, vertraut ihr auf keiner Weise mehr und behandelt sie von oben herab. Du bist zwar amtierenden Prinz, aber trotzdem könnte dein verhalten etwas bodenständiger sein.

Maxon (The Selection)

Auch sein Vater ist ein Ganove und hat wohl einen Award für den schlechtesten Vater des Jahres gewonnen. Zudem ist er ein meiser König, der sein Volk scheinbar im Stich lässt und keine Ahnugn aht von dem was er tut. Maxon, der bildhübsche Prinz mit Sixpack, ist natürlich ein viel besserer Mensch. Er beschwert sich nur allzu gerne darüber, dass er aus einer Horde Mädchen eines aussuchen muss. Oh nein, so viele hübsche Mädchen die mich anmachen! Was für ein Graus! So ist es kein Wunder, dass er vor einer zur nächsten springt, aber America natürlich seine grosse wahre Liebe ist.

Devon (Black Blade)

Nicht nur Kronprinz, sondern auch ein sehr gefragtes Magietalent besitzt dieser Hottie vom Schloss. Natürlich schnappt er sich das Mädel. Im Gegensatz zu den anderen Hotties verlässt er aber das Schloss ein oder zweimal und geht selbst auf Missionen. Da macht ihn zwar etwas sympathischer, ist aber ein Prinz wie er im Buche steht.

Der mysteriöse Hottie

Diese Hotties sind wohl die schlimmsten. Sie sind mysteriös, undurchschaubar und zeigen ihre Gefühle nicht. Sie wurden in der Vergangenheit verletzt oder besitzen ein markerschütterndes Geheimnis, das natürlich niemand erfahren darf. Deshalb ist die Protagonistin auch nicht gut für ihn. Und damit schließen wir praktisch, wo wir angefangen haben…

Edward Cullen (Twilight)

Ja, lieber glitzernder Vampir, denn damit bist du gemeint. Du bist ach dieser „ich bin gefährlich für dich“ Typ. Du verrätst kaum etwas über deine Herkunft, zeigst deine Gefühle nicht und ziehst seltsame Grimassen. Du liebst sie, du hasst sie. Machst Schluss mit ihr, bist aber eifersüchtig wenn sie sich verliebt. Beim Gedanken, dass du tot sein könntest gehst du natürlich sofort nach Italien, nicht um dich in der Sonne bräunen zu lassen, sondern um dich selbst zu richten. Natürlich geht das nur in Italien, wo sonst scheint auf der Welt die Sonne? Ausserdem beobachtest du Leute im Schlaf. Die ganze Nacht lang. Du kannst froh sein, dass Bella so abhängig von dir ist, sonst würde die Polizei schon längst vor deiner Tür stehen. Apropos… wo ist eigentlich Charlie Swan wenn man ihn mal braucht?

Es beginnt und endet mit Twilight. Wir alle hatten wohl diese Twilight-Phase, aber manche Autoren waren wohl so begeistert von der Reihe, dass sie ihre Charaktere möglichst nahe an Bella heranbekommen wollten. Das Ergebnis: Damsel in Distress, so weit das Auge reicht. Inklusive Hottie von Nebenan und ein mysteriösen Hottie. Doch ein Licht am Tunnel gibt es immerhin: bei all der Nörgelei gehen die Entwicklungen in Sachen Damsel in Distress doch eher wieder Richtung Eigenständigkeit. Kämpferische, unabhängige, intelligente Frauen sind in und wir sind sehr, sehr froh über diesen Trend!

*

Wo seid ihr zuletzt einer Damsel in Distress oder einem Hottie von Nebenan begegnet? Stimmt ihr mit unserer Meinung überein oder findet ihr es totaler Quark? Lasst es uns wissen.

Wir sehen uns in einem Monat – dann auf Julias Blog! – mit dem nächsten Thema.

Bis dahin,

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Tabi & Julia

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5 Gedanken zu “[Tabi und Julias Wort zum Sonntag]: Damsel in Distress in YA

  1. Toller Beitrag! Super geschrieben, auch wenn ich einige Beispiele überspringen musste.
    Bella hat mich damals schon genervt (obwohl ich die Bücher aus irgendeinem Grund trotzdem geliebt habe) und rückblickend finde ich das alles sogar noch schlimmer. Liebesdreiecke finde ich auch meistens nervig und wenn es damit endet, dass einfach nur mit den Gefühlen von einem oder sogar beiden gespielt wird, dann geht das gar nicht. Und diese Unselbstständigkeit, argh! Mich nervt es so sehr, dass das ja praktisch als Beispiel für die Leserinnen dient und es als völlig normal dargestellt wird, sich umbringen zu wollen, sobald die unfassbar große Liebe einen verlässt.
    Ich finde es also auch gut, dass der Trend eher in Richtung kämpferische und unabhängige Hauptfigur geht. Zum einen ist das das Vorbild, was man als Leser braucht, zum anderen ist es auch deutlich weniger nervig 😀

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Jacquy,

      Juhu, wir freuen uns sehr, dass dir der Beitrag gefallen hat! 🙂
      Genau das ist es, was leider viel zu oft vergessen wird: es sind eben auch Beispiele für junge Erwachsene und eine ganze Generation (oder auch 2,3,4…) haben gedacht, dass es so laufen muss wie bei Edward und Bella (oder wie bei Anastasia Steele & Christian Grey). Ich gebe dir vollkommen recht: starke Charaktere sind ein besseres Vorbild und entfachen kein Dauer-Augenrollen!

      Liebe Grüße (:

      Gefällt mir

  2. Interessanter Artikel! Man könnte wohl endlos über das „Damsel in Distress“ Phänomen diskutieren. Ich finde, dass eine Geschichte ruhig mal ein paar solcher Momente haben darf, aber davon abgesehen sollte das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ausgeglichen sein, beide sollten sich ebenbürtig sein. Der Mann rettet wieder und wieder die kleine, hilflose Frau? Nein danke.
    Ich muss zwar gestehen, dass ich außer Twilight keine der Bücher gelesen habe (mir waren die damals schon alle „zu gleich“), aber es ist schon auffällig, welchen Einfluss Twilight auf viele Bücher des Genres hatte oder immer noch hat. Das wird einem manchmal gar nicht so bewusst. Ich weiß noch, wie sehr es mich damals genervt hat, als es zu Twilight Hochzeiten nur noch Twilight-ähnliche Bücher gab.
    Fifty Shades of Grey war ja ursprünglich eine Twilight Fanfiction – verrückt, wenn man sich das mal überlegt. Manchmal auch schon ein wenig beunruhigend im Bezug auf das Frauenbild, was da vermittelt wird. Es würde mich mal interessieren, wie viele Fifty Shades Fans frühere Twilight Fans sind. Twilight hat ja größtenteils Teenager angesprochen während Fifty Shades auf Erwachsene zielt.

    Gefällt 1 Person

  3. Hi Julia und Tabi,

    Mann hab ich gelacht! Danke für den lustigen Beitrag! Und danke, dass die Beatles unter eurem Blogbeitrag winken, ich bin ein großer Fan 🙂
    Die Jungfrau in Nöten ist wirklich ein herrlicher Charakter, um sich darüber lustig zu machen, immer wieder gut! Wegen solcher Klischee-Figuren hab ich unter anderem meinen Blog gegründet – weil junge, leicht zu beeinflussende Mädchen denken, das ist die Realität! Als Mädel hat man passiv zu sein und wenn sich der mysteriöse Hottie scheiße verhält, ist es auch ok, denn das einzige Ziel ist ja, zu heiraten, schmacht!
    Danke, dass du das auch aufgreifst und kritisierst.
    Ich hab noch einen Tipp für einen YA-Roman, bei dem die Protagonistin total tough ist, eine Wohltat für das Genre: A Study in Charlotte von Brittany Cavallaro. Es ist vor allem was für Sherlock Holmes-Fans, aber nicht nur. Wenn ihr mögt, schaut mal in meine Besprechung rein: http://ant1heldin.de/weibliche-detektive-a-study-in-charlotte
    LG, Sabine

    Gefällt 1 Person

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