[Review]: Sie werden dich finden von James Rayburn

Liebe Leserinnen und Leser,IMG_20170410_120208_154

in meinem Post zum Jahresbeginn habe ich so allerlei Vorschläge gemacht, wie man das Blogger-Universum abwechslungsreich halten könnte. Und weil man sich da auch besonders an die eigene Nase greifen sollte, habe ich jetzt, nach Jahren der Abwesenheit, mal wieder zu einem Thriller gegriffen! Über den Tellerrand der Lieblingsgenre gucken und so… (Ich nenne dieses Review daher auch liebevoll „The Thriller Noob’s Guide to Thrillers“ :p)

Habt ihr Lust auf eine atemlose Verfolgungsjagd durch Amerika, Deutschland und Asien? Dann einmal hier entlang!

[Prädikat: Spoilerfrei!]

IMG_20170410_120208_154

Titel: Sie werden dich finden

Autor: James Rayburn (alias Roger Smith)

Erschienen: 11. März 2017

Verlag: Tropen (Klett-Cotta)

Seiten: 400

Sprache: Deutsch

Version: Taschenbuch

Preis: 14,95€

Originaltitel: The Truth Itself

„Sie werden dich finden“ bei Tropen

„Sie werden dich finden“ bei Goodreads

*

Inhalt:

Eine Frau allein im Kampf gegen die CIA: Kate Swift musste zusammen mit ihrer Tochter untertauchen, nachdem ihr Mann von ihrem ehemaligen Chef bei der CIA ermordet wurde und Kate den Fall aufdeckte. Als die ehemalige Profikillerin einen Amoklauf verhindert, lenkt sie die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Kate und ihre Tochter fliehen in das vermeintliche Paradies Thailand, wo sie auf die Hilfe eines früheren Mentors hoffen. Der jedoch entpuppt sich als eine versoffene Enttäuschung. Ein zufälliger Flugzeugabsturz könnte zum perfekten Täuschungsmanöver werden. Doch Kates Gegenspieler haben nur ein Ziel: Kate Swift erwischen – tot oder lebendig. Religiös motivierter Terrorismus, übermächtige Geheimdienste und globale Überwachung – Hochspannung garantiert!

Quelle: Klett-Cotta

Meine Meinung:

Klett-Cotta verspricht im Klappentext nicht zu viel für diesen Thriller – Hochspannung ist garantiert und aus der Hand legen kann man ihn irgendwann auch nicht mehr. Ich habe die letzten 180 Seiten in einer Sitzung inhaliert und damit – hoffentlich – endlich meine Leseflaute beendet! Hinsichtlich der Spannung und der Animation zum Lesen kann man sich also nicht beschweren.

Das Buch beginnt mit einem Knall, der uns die Situation nicht nur darlegt, sondern uns auch direkt in das gerade leicht den Bach runter gehende Leben von Kate Swift, ehemalige CIA Agentin, hineinsaugt. Und ähnlich wie Kate kommt man ab dieser Stelle 400 Seiten lang nicht mehr zur Ruhe. Nicht wirklich jedenfalls.

Das Buch besticht, neben dieser Schnelligkeit, auch durch die kurzen Kapitel. Ihr habt momentan Probleme beim Lesen, weil euch direkt die Augen zufallen und ihr ins Land der Träume verschwindet? Kein Problem, denn das Buch ist spannend und bietet mit den kurzen Kapiteln die perfekte Möglichkeit für müde Leseratten auch ohne schlechtes Gewissen einzuschlummern. Und nicht nur die Kapitel sind kurz – trotz der Spannung und Atemlosigkeit, mit der die Geschichte von Kate Swift und ihrer Tochter auf der Flucht erzählt wird, bleibt sie angenehm kurzweilig. Fast ein bisschen zu kurzweilig.

Womit wir auch schon bei den Schwachstellen des Thrillers wären. Viele der Figuren – der Stratege Lucien Benway, der Altmeister Mrs. Danvers und der Ex-Agent Harry Hooks – sind gestochen scharf, obwohl Rayburn auf allzu viele Details verzichtet. Und doch bleiben gerade die beiden Hauptfiguren irgendwie diffus. Kate Swift ist eine Ex-Agentin und hat einiges auf dem Kasten. Dazu kommt, dass es ihre atemlose Geschichte ist, der wir folgen. Und doch sind andere Figuren deutlich besser in Erinnerung geblieben als sie und ihre Tochter. Vielleicht, weil sie gerade am Anfang der Story der Fokus der Ereignisse bildet und wir zunächst sehr viel durch ihre Augen erfahren. Später, als auch andere Perspektiven hinzu kommen, habe ich mich am wohlsten bei Harry Hooks gefühlt: ihn haben wir durch Kate’s Augen kennengelernt, viel über ihn erfahren, bevor er vermehrt selbst Fokus der Geschichte wurde. Ich kam mir also vor, als würde ich mich einer Figur anvertrauen, von der ich bereits wusste, wie sie tickte. Ein wirklich gelungener Übergang und Harry ist ein großartiger Charakter, auch wenn er vielleicht als Person nicht perfekt ist.

Ein weiteres Manko liegt einmal mehr im Erzählstil des Autors. Wie eingangs bereits erwähnt bin ich ein absoluter Krimi/Thriller Newbie und habe neben Dan Browns „Illuminati“ nie wieder einen Thriller beendet, weil ich dieses Buch abgöttisch geliebt habe und der festen Überzeugung war, dass da niemand ran kommen könnte. Und so stand ich „Sie werden dich finden“ am Anfang mehr als skeptisch gegenüber. Da ich ansonsten auch eher Bücher lese, die einen sehr blumigen, poetischen Schreibstil haben, hat mich das teils abgehackte, nüchterne und nicht sehr detaillierte Schreibstil eher vor den Kopf gestoßen. Das riss Rayburn dann allerdings recht schnell durch die Spannung wieder heraus.

Irgendwann fallen einem dann auch Rayburns Details auf, die er durchaus hat. In stillen Momenten kommen Metaphern oder intelligent platzierte Gesten der Charaktere zum Einsatz, die der Atmosphäre helfen. Falls ich allerdings noch einmal was darüber hätte lesen müssen, welchen Drink jeder. Einzelne. Charakter. Liebt, dann wäre beim nächsten Augenrollen wahrscheinlich mein Gehirn einfach spontan stehen geblieben. Neben exorbitant hohem Alkoholkonsum aller Charaktere bildeten vor allem Beschreibungen der klimatischen Umstände einen bedeutenden Filler, wenn es mal gerade keinen Masterplan zu schmieden oder Spuren zu verwischen gab. Wir bekommen fast ständig mitgeteilt, dass Harry Hook schwitzt, Nadja fröstelt und sowieso jedem Thailand viel, viel, viel zu warm ist. Spätestens nach dem dritten Mal auf zwei Seiten denkt sich dann auch der Leser, er sitzt in der Sauna und obwohl das der Atmosphäre sicherlich zuträglich ist, geht es einem irgendwann auch auf den – wahrscheinlich schon geschmolzenen – Keks.

tumblr_inline_ng8cy3xgqs1r5z3qm

Bleibt noch der Plot. Spannend ist es, wie bereits erwähnt, die gesamte Zeit über. Selbst wenn bei den Charakteren gerade mal keine riesige Enthüllung stattfindet. Denn das unterschwellige Gefühl des Gejagd-Werdens bleibt. Doch neben dieser ständigen Spannung fallen die Plottwists an sich eher schwach aus. Ich hab im ganzen Buch nur einmal wirklich gestaunt und war beim Rest zwar interessiert an der Auflösung aber nie wirklich on the edge of my seat. Was überraschende Wendungen angeht bin ich aber auch von „Die Lügen des Locke Lamora“ verwöhnt.

Alles in allem war „Sie werden dich finden“ ein solider Lesegenuss für jemand Fachfremden wie mich und ich werde definitiv noch ein bisschen weiter in das Thriller Genre wandern und auf Entdeckungsreise gehen um herauszufinden, was das Genre noch alle so kann!

Rating: ☆☆☆ – –

*

Wie sieht’s bei euch aus? Seid ihr Krimi/Thriller Leser? Wandert ihr gern und oft mal in ein anderes Genre ab? Oder fällt euer Lese-Apfel nie weit von eurem Lese-Stamm?

Lasst es mich wissen!

Eure Tabi ♥

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s