[Review]: Good as Gone von Amy Gentry

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie bereits in meinem Behind the Screens erwähnt erreichte mich vor nicht ganz zwei Wochen nicht nur Giants – Zorn der Götter aus dem Heyne Verlag, sondern auch Amy Gentry’s Good as Gone aus dem 2017-05-16 15.19.59Bertelsmann Verlag. Damit fiel letzteres genau in meine nach wie vor anhaltende Thriller Phase und ich fand die Premise und die ersten paar Seiten, die ich vor Monaten einmal in einem Buchladen verschlungen hatte, wirklich vielversprechend. Umso gespannter ging ich an das Leseexemplar.

Ob das Buch dann ein spannender Thriller blieb oder eher für mich selbst zum Thriller wurde – das gibt’s wie immer nach dem Sprung!

[Prädikat: Spoilerfrei!]

2017-05-16 15.19.59

Titel: Good as Gone. Ein Mädchen verschwindet. Eine Fremde kommt zurück.

Autor: Amy Gentry

Erschienen: 27. Februar 2017

Verlag: C. Bertelsmann

Seiten: 320

Sprache: Deutsch

Version: Taschenbuch

Originaltitel: Good as Gone

Rezensionsexemplar von C. Bertelsmann

 

Inhalt:

Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:

Wie ihr vielleicht mittlerweile wisst, hält bei mir seit geraumer Zeit eine Thriller-Phase Einzug! Auf der Suche nach neuem Material streifte ich also vor ein paar Wochen durch die Buchhandlung und entdeckte die Premise von Good as Gone von Amy Gentry. Darin geht es um die 13 jährige Julie, die vor den Augen ihrer Schwester nachts aus dem elterlichen Haus entführt. Eine riesige Suchaktion läuft an, flaut ab und schließlich glaubt man, Julie wird nie wieder gefunden werden – bis sie 8 Jahre später eines Tages vor der Haustür ihrer Familie steht…

Keine Sorge, all das sind keine Spoiler, weil es schon auf den ersten, noch spannenden Seiten passiert. Und auch die Seiten, die Folgen, sind ganz interessant. Es geht darum, dass Anne – die Mutter von Jane und der wieder aufgetauchten Julie – versucht sich ihrer Tochter wieder zu nähern, die sie 8 Jahre lang nicht mehr gesehen und irgendwie auch für tot gehalten hatte. Das Thema der menschlichen Identität wird hier angeschnitten und brachte mich schließlich dazu, mich um ein LEX bei Bertelsmann zu bewerben.

Es wurde mir zugesagt und schließlich begann ich voller Eifer zu lesen. Die ersten 40 Seiten waren schließlich sehr viel versprechend. Allerdings begann direkt danach der kolossale Abstieg von Good as Gone.

Ohne hier jetzt zu viel ins Detail gehen zu wollen kommt irgendwann ein Verdacht auf. Der Verdacht, dass Julie gar nicht Julie ist. Und dann fängt die Geschichte erst richtig an. So zumindest der Plan der Autorin.

Was dann wirklich passiert ist eine Abfolge von merkwürdiger POV’s, die irgendwann nicht mal mehr chronologisch sind und durch zahlreiche Namen einfach nur noch undurchsichtig werden. Man verliert mehr als einmal den Faden und ganz bald darauf auch die Lust weiterzulesen. Denn das, was passiert ist – das hat der Leser schon fast in allen Einzelheiten erfahren. Es bleibt nur noch die Frage wann auch Anna und Julie (?) endlich erfahren, was die ganze Wahrheit ist, beziehungsweise wann einer damit herausplatzt.

Ein weiteres Manko der POV’s ist, dass diese zwischen einem Ich-Erzähler und einem Erzähler in der dritten Person hin und her wechseln. Für mich persönlich etwas, dass ich in Büchern weniger gern mag. Und meiner Meinung nach hat auch genau das maßgeblich dazu beigetragen, dass es irgendwann undurchsichtig wurde.

Der Mittelteil hat sich so stark gezogen und mich emotional so hart an einem einsamen Bahnhof im Nirgendwo stehen lassen, dass ich Teile davon übersprungen habe. Wie unwichtig diese Teile waren wird ersichtlich dadurch, dass ich am Ende alles verstanden habe – zwar nach mehrmaligem Lesen, weil die Auflösung wirklich unglücklich geraten ist! – ohne 1/3 des Mittelteils zu kennen.

Am Ende dieses Buches ist nicht nur menschliche Identität und was sie ausmacht eine Randfigur, die zwar behandelt aber sehr oberflächlich belassen wird, sondern auch das Thema der Logik. Ich habe in einem Spoiler-Review auf Goodreads gelesen, dass das Buch in 5 Seiten hätte aufgelöst sein können – und das trifft es ziemlich gut. Forensik? Nee, brauchn‘ wa nich. Fadenscheinige Erklärung eingestreut und zack – done! Aber leider war das nur ein weiteres Manko dieses Buches, was so vielversprechend begann und dann doch irgendwie im Kuddelmuddel, der Langeweile und wirklich haarsträubenden Situationen unterging. Schade!

Rating: ☆☆- – –

*

Welches Buch hat euch zuletzt so richtig gefesselt und dann stark nachgelassen? Gebt ihr solchen Büchern dann noch eine Chance? Überspringt ihr Teile? Oder brecht ihr konsequent ab?

Lasst es mich wissen!

Eure Tabi ♥

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Ein Gedanke zu “[Review]: Good as Gone von Amy Gentry

  1. Liegt es an mir oder tauchen bei Thrillern immer mehr solche verschwundenen Töchter wieder auf? 🤔 Die Thematik ist zwar sehr spannend, aber man könnte es meistens mit einem einfachen Test lösen.
    Ich versuche immer 100 Seiten eines Buches zu lesen, falls es mich völlig nervt breche ich es ab. Meistens gibt es aber einen Charakter, den ich trotzdem irgendwie mag und dann weiterlese. Aber wenn mich alles zu nerven scheint und kein einziger Charakter auch nur annähernd sympathisch ist: Weg damit.
    Liebe Grüsse
    Julia

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