[Review]: The Song Rising von Samantha Shannon

Liebe Leserinnen, liebe Leser,dav

im Rahmen der #SuBDenSommer Challenge habe ich es nun endlich geschafft, eins meiner most anticipated releases in diesem Jahr zu beenden. Und oh boy, war das ein kleiner Kampf.

Samantha Shannon’s The Bone Season Reihe – hier zu Lande auch unter dem Untertitel „Die Träumerin“ bekannt – folgt Paige Mahoney durch eine düstere Zukunft in London. Im mittlerweile dritten Buch der Reihe geht es dafür aber auch mal in ein paar andere Ecken der Inseln, verbunden mit jeder Menge Action!

Von unterzuckerten Metaphern, Spannungsbögen und ein Paradebeispiel für falsche Vermarktung gibt’s – wie immer – mehr nach dem Sprung!

[Prädikat: Spoilerfrei!]

dav
Collector’s Edition (altes Cover)

Titel: The Song Rising

Autor: Samantha Shannon

Series: The Bone Season #3

Erschienen: 07. März 2017

Verlag: Bloomsbury

Seiten: 384

Sprache: Englisch

Version: Hardcover

Inhalt:

Gibt’s, for Spoiler-Reasons, heute nur bei Bloomsbury.

Meine Meinung:

„The Song Rising“ nimmt die Geschichte dort auf, wo wir sie nach dem absolut mind blowing Ende von Band 2, „The Mime Order“ haben stehen lassen: es gibt einen Verräter und der arbeitet mit Nashira, dieser unliebsamen Kuh (A+ für Beleidigung), zusammen. Paige ist mindestens genauso geschockt wie wir – und das Gift des lange als Freund betrachteten Menschen entfaltet sich langsam, aber sicher (ein bisschen wie die Vermarktung des ersten Bandes, aber dazu nachher mehr).

Gerade bei Folgebüchern in einer Reihe ist es immer ein bisschen schwierig, den Inhalt oder die eigene Kritik zu erklären, ohne irgendetwas zu spoilen. Deshalb machen wir das diesmal so vage wie möglich.

Kein Geheimnis ist es, dass in „The Song Rising“ mehr gereist werden muss. Paige ist einer Sache auf der Spur, die in London allein nicht geklärt werden kann und mit dem-dessen-Name-in-diesem-Review-nicht-genannt-werden-darf auf der Seite der Feinde ergibt sich auch recht schnell die Schlussfolgerung, dass London für unsere geliebten Unnaturals nicht mehr sicher ist. Und hier sind wir auch schon bei einem elementaren Problem des Buches: fast alle Reviews, die ich auch Goodreads gelesen habe und die nicht 5 Sterne waren, sagten die meisten, dass die erste Hälfte einfach nur langweilig war. Und das stimmt auch! Es wird gereist, sich versteckt, eben viel Verwaltungskram erledigt. Das bringt zwar deutsche Bürokraten Realness ins Spiel, aber ist auch einfach nur langweilig. Der richtige Plot kommt erst wahnsinnig spät ins Rollen und bis dahin hab ich mich durch das Buch gequält. Um ehrlich zu sein habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen und das hat mich selbst ein kleines bisschen schockiert.

An einer Stelle sagt einer der Charaktere, dessen Namen ich nicht mehr weiß, dass diese Mission ein „shot in the dark“ sei. Und das stimmt auch. Viel basiert auf sehr, sehr vagen Vermutungen und deshalb dauert es auch ewig, bis sich ein handfester Verdacht ergibt und verfolgt wird. Auf der einen Seite sehr realistisch – weil einem der Hinweis ja nicht immer gleich in den Schoß fällt – auf der anderen Seite könnte man an dieser Stelle wieder über „2 Seiten Plot über 400 Seiten strecken“ diskutieren.

Als nun aber der Plot so richtig ins Rollen kommt, ist es gar nicht mehr so schlecht. Wieder mehr wie die schnelle, dynamische Schreibweise, die ich von Samantha Shannon kenne. Es ist spannend, das Netz verdichtet sich und man hat wirklich das Gefühl, dass sich hier eine Sache entwickelt, die viel größer ist und wirklich über so viele Bücher gespannt werden kann, wie Samantha Shannon es ja noch tun will! (7 insgesamt!)

Gegen Ende erfolgt dann nochmal ein kleiner Cut im Spannungsbogen, der zwar episch eingeleitet war, den Fluss des Buches aber wirklich hart unterbrochen hat. Es war ein bisschen wie ein Kind, dem man den Lolli in Zeitlupe hinhält, einen Schleck gewährt – nur um ihn dann direkt wieder wegzuziehen. Kurzum: ich war ein sehr unterzuckertes Kind am Ende von „The Song Rising“.

Jetzt wo der Plot abgehandelt wurde, möchte ich nochmal kurz auf die Charaktere zurückkommen. Sie sind elementarer Bestandteil dafür, dass ich am Anfang ziemlich verwirrt war. Nicht nur, dass mein Wissen über die Kasten der Unnaturals zwischen den Büchern immer verloren geht – im Schnitt braucht Samantha für ein neues Buch zwei Jahre – sondern man vergisst auch kleinere Rollen, die nicht gerade Warden, Paige, Jaxon oder Nick sind. Ich glaube, das liegt zum einen eben an der langen Zeitspanne, zum anderen habe ich aber auch das Gefühl, dass die Charaktere im Schatten stehen und nur ins Halbdunkel treten statt ins Licht. Das macht es schwierig, die Charaktere nicht zu vermischen oder ihre Motive zu vergessen. Zudem ist und bleibt Scion und alles, was damit zu tun hat, eine sehr komplexe Geschichte. Ich persönlich rereade Bücher nur äußerst ungern, aber für „The Song Rising“ würde ich zumindest Buch 2 noch einmal empfehlen zu lesen.

Freue ich mich dennoch auf Buch 4? Auf jeden Fall! Denn ich Samantha Shannon hat schon angekündigt, dass es wieder mehr wie „The Mime Order“ sein wird und das habe ich geliebt! Ich bin noch nicht bereit diese Reihe aufzugeben, denn insbesondere die zweite Hälfte hat gezeigt, dass Samantha Shannon es kann und das noch einiges auf uns zukommen wird. Hoffen wir, dass es damit diesmal vielleicht ein ganz kleines bisschen schneller gehen wird…

Rating: ☆☆☆ – –

Last but not least möchte ich da noch eine Theorie los werden, die nichts mit den Inhalten der Bücher zu tun hat. Zumindest nicht direkt. Als „The Bone Season“ vor ein paar Jahren erschien, war Samantha Shannon Anfang 20. Sie schloss mit Bloomsbury einen Deal, der von der Presse damals mit J.K. Rowling verglichen wurde – sieben Bücher und… ja, also da hören die Gemeinsamkeiten eigentlich auch schon auf (dass das nur schief gehen konnte, darüber hat u.a. die Süddeutsche geschriebendass das nur schief gehen konnte, darüber hat u.a. die Süddeutsche geschrieben). Als das Buch dann aber erschien, waren die Gemüter betrübt, denn das, was ihnen da vorgesetzt wurde, war absolut nicht wie Harry Potter. Wie auch? „The Bone Season“ ist düster, komplex und nicht dieses traditionelle Ding, was man als „magisch“ bezeichnen würde. Leider übertrug sich also das „false advertisement“ auf die Leserschaft und „The Mime Order“ – das zweite Buch in der Reihe – wurde schon längst nicht mehr so groß diskutiert, wie noch der Vorgänger. Ich glaube leider, dass sich die Reihe von diesem prae-Publikation-Schlag noch nicht erholt hat und, zumindest in der deutschen Buchwelt, nicht mehr erholen wird (s. Tweet):

Denn leider wird die Reihe in Deutschland schon nicht mehr verlegt. Im Englischen gab’s vor dem dritten Buch eine komplette Cover Überarbeitung und von der Filmproduktion, die Andy Serkis Filmstudio so eilig herbei führen wollte, hört man auch nichts mehr. Und leider, so kommt es mir vor, spürt man das auch in den Büchern. Die Story um Paige ist toll, interessant und anders. Sie verdient eine Chance, selbst wenn im dritten Buch die Flaute, die sich durch die halbe Buchwelt von „The Bone Season“ zieht, deutlich zu spüren war. Ja, es sind keine einfachen Bücher. Aber gerade Band 1 und 2 bieten das, was ich momentan in der Fantasy vergeblich suche: Originalität, Spannung und World Building!

Ich hoffe also, das manch einer dem Buch eine Chance gibt – nehmt es einfach mal auf uns lest es! – und das ohne auf jeder Seite Harry Potter zu erwarten. „The Bone Season“ ist leider einmal mehr der beste Beweis dafür, wie sehr Hypes Bücher kaputt machen können.

Für die Story hoffe ich, dass Samantha Shannon bei der Stange bleibt und wieder mehr Zack in „The Bone Season“ hinein bringt. Und falls nicht – so kann sie hoffentlich frei von diesen riesigen Erwartungen ihr neues Buch „Priory of the Orange Tree“ herausbringen!

*

Habt ihr „The Bone Season“ und „The Mime Order“ gelesen? Oder habt ihr es noch immer auf dem SuB oder der Wunschliste? Dann greift doch einfach jetzt mal zu! 😉

Bis dahin,

Eure Tabi ♥

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2 Gedanken zu “[Review]: The Song Rising von Samantha Shannon

  1. Mehr Zack – das hast du schön formuliert! Ich gehöre auch zu denen, die die langgezogene Schnitzeljagd nach Informationen gelangweilt hat… Mal abgesehen von dem schönen Cliffhanger am Ende von ‚The Mime Order‘ hätte man Band 2 und 3 auch gut in eins verschmelzen können. Ich bin gespannt, was im nächsten Teil passiert, und hoffe, dass der mich wieder so sehr wie der zweite begeistert.

    Gefällt 1 Person

    • Hi!
      Ja, das sehe ich auch so, „The Song Rising“ war ohnehin nicht so lang, es war einfach sehr gestreckt!
      Auf dass das nächste Buch nicht erst 2025 erscheint und uns umhaut! 🙂

      Gefällt mir

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