[Review]: Prager Fragmente von Roman Achmatow

Liebe Leserinnen, liebe Leser,dav

vor ein paar Wochen erreichte mich die E-Mail von Roman Achmatow, der mir sein Debüt „Prager Fragmente“ als Rezensionsexemplar anbot. Er schickte auch diverse Social Media Kanäle mit, auf denen ich mich direkt umsah. Was mir sofort auffiel: der Humor des Autors, der mich auch als geschriebenes Wort zum Schmunzeln brachte. Ich sagte ihm also gerne zu.

In „Prager Fragmente“, dem heute erscheinenden Erstlingswerk von Roman Achmatow, nimmt er uns auf sein Auslandssemester in Prag mit – in Essay Form. In insgesamt 14 Kapiteln lernt man so alles über seine Gedanken und Gefühle vor und während der Reise. Untermalt mit stimmungsvollen Bildern und den Sternstunden der popkulturellen Anlehnungen.

Mehr Infos zum Buch, zum Autor und dazu, wie mir „Prager Fragmente“ gefallen hat, gibt’s – wie immer –  nach dem Sprung!

dav

Titel: Prager Fragmente

Autor: Roman Achmatow

Erschienen: 05. August 2017

Verlag: Selbst publiziert

Seiten: 92

Sprache: Deutsch

Status: Rezensionsexemplar (Danke!)

Wo bekommt man „Prager Fragmente“? [HIER]

Inhalt:

Wolltet ihr schon immer mal einen Reiseführer haben, der nicht nur die Stadt kennt, sondern auch bekennender Harry Potter Fan und gesorteter Ravenclaw ist? Dann hat Roman Achmatow euch euren Wunsch mit seinem Debüt „Prager Fragmente“ erfüllt. Der Student aus Leipzig hat auf 92 Seiten und in 14 Kapiteln nicht nur einen Reisebericht über sein Auslandssemester in Prag verfasst, sondern auch gleich ein Programm aus Popkultur, Witz und Nachdenklichkeit dazu geschrieben.

Meine Meinung:

Als mich die Anfrage von Roman erreichte, sein bald erscheinendes, selbstpubliziertes Erstlingswerk zu reviewen, da schaute ich mir zunächst einmal seine Social Media Kanäle (Facebook, Instagram) und seinen Blog an. Denn neben dem Schreiben ist Roman auch ein Meister der Fotografie und spätestens da wusste ich, dass ich „Prager Fragmente“ lesen will.

Das Buch, oder die Sammlung von Essays, beginnt mit einem Vorwort in dem recht schnell klar wird, mit was wir es hier zu tun haben: eine bunte Mischung aus Comedy, Reisebericht und popkulturellen Referenzen, untermalt mit stimmungsvollen Bildern. Auch wenn ich hier und da das Gefühl hatte, dass der Autor in diesem Auftakt versuchte alles, wirklich alles unterzubringen, fesselte mich doch sofort sein Schreibstil und seine Fähigkeit, Witz aufs Papier zu bringen. Diese Transition gelingt mit Nichten immer so unterhaltsam und stimmig.

Was dann folgt sind Essays, in denen der Autor seine Reise nach Prag, seine Erfahrungen, seine Abstecher und alle möglichen Eindrücke schildert. Und auch hier überraschte mich der Autor mehr als positiv: blieb der Witz, den er vor allem im Vorwort und anfänglich stark an den Tag legte auch hier überall greifbar, so schlich sich immer mehr eine stillere, nachdenklichere Note in das Schreiben. Sei es die Stille der Nacht, die Roman Achmatow mit leisen und doch staken Worten beschreibt, oder den „Nebel“, der sich über die Stadt legt, als er dem tschechischen Ableger der PEGIDA Bewegung über den Weg läuft.

Etwas, was mich an Büchern schon immer fasziniert hat, ist die Fähigkeit des Autors, Alltagsgedanken und Vorgänge greifbar zu machen. Dinge, die in unseren Köpfen ganz natürlich stattfinden, jeden Tag, die aber unausgesprochen bleiben. So beschreibt der Autor bspw. in einem seiner Essays die Jagd nach dem „perfekten“ U-Bahn Platz und all die strategischen Gedanken, die in solch eine Jagd hineinfließen. Erst musste ich schmunzeln, dann fühlte ich mich ertappt. Gerade in der Semesterzeit passiert mir das fast jeden Morgen aufs Neue mit den Bussen in unserer Stadt.

Je mehr man in diese Essays eintaucht, umso mehr möchte man mit Roman Achamatow selbst einmal unterwegs sein. Er beweist mit seinen Bildern nicht nur ein Auge für stimmungsvolle Augenblicke, sondern hat auch genug Spontanität für zwei, wie sein Essay über das Zustandekommen seiner Malta Reise beweist. Seine Entdeckungsreisen machen richtig Lust auf eigene Entdeckungsreisen, der eigene Verstand durch die Lektüre nun ein bisschen mehr auf Kleinigkeiten geeicht, die man vorher vielleicht übersehen hätte…

Ist dieses kleine, feine Buch nun also rundum perfekt? Nein. Aber nah dran.

Ein paar Dinge am Stil haben meinem Lesefluss hier und da einen kleinen Schluckauf verpasst. So beispielsweise die Jagd nach dem perfekten Satz. Gerade zu Beginn wirkt es so, als müsse jeder Satz ein Highlight sein; laut und aussagekräftig, das comedic timing in absoluter Perfektion. Und auch wenn gerade die ersten Seiten eines Buches entscheidend sind, so muss nicht jeder Satz ein absoluter Triumph sein. Auch ein leiserer und vor allem kleinerer Nebensatz würde dem Lesefluss hier keinen Abbruch tun. Selbes gilt für teils umständliche Formulierungen, die den Satz in die Länge ziehen. Dieses Phänomen hat aber Essay für Essay immer mehr nachgelassen.

Eine weitere kleine Kritik liegt für mich in dem Übergang zwischen – scheinbar – wissenschaftlichem Arbeiten und Erzählstil. Man merkt dem Autor an, dass er einen akademischen, aktuellen Hintergrund hat, denn so wichtig die Hintergrundinformationen für manche der Essays definitiv sind, so sehr erinnern sie doch an theoretische Aspekte einer Seminararbeit. Manchmal sind diese „akademischen Abschnitte“ nicht nahtlos in den Erzählstil des übrigen Buches eingearbeitet, was aber für ein Erstlingswerk auch eher Kritik auf hohem Niveau ist.

Insgesamt hat mir „Prager Fragmente“ wahnsinnig gut gefallen und ich könnte definitiv mehr von Roman Achmatows Geschreibe vertragen. Gerade mit seiner absolut eigenen Mischung aus Witz und Nachdenklichkeit hat er bei mir ins Schwarze getroffen.

Also … welche Stadt liefert die nächsten Motive?

Rating: ☆☆☆☆-

*

Hilfreiche Klicks:

„Prager Fragmente“

Roman Achmatow: [Blog] [Facebook] [Instagram]

Ich will Postkarten! [Hier] und [Hier]

 

*

Seid ihr nun neugierig geworden? Dann schaut doch mal bei Roman Achmatow vorbei! (Und pssst, alle, die bei der #SuBDenSommer Challenge mitmachen, haben die Chance bei der Verlosung „Prager Fragmente“ zu gewinnen! 😉 )

Lasst es mich wissen,

Eure Tabi ♥

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Ein Gedanke zu “[Review]: Prager Fragmente von Roman Achmatow

  1. Danke für die tolle Rezension, das wundervolle Lob, deine ehrliche Kritik und den Support! Ich hebe mein Butterbier auf dich. Liebste Grüße aus dem Hause Ravenclaw (Fakultät Leipzig) und bis bald 🙂

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