[Review]: Blutpsalm von Meredith Winter

Liebe Leserinnen, liebe Leser,sdr

es ist mal wieder so weit: mich hat das Krimi-Fieber gepackt! Diesmal dank des Sommerburg Verlages, der mir eine der Neuerscheinungen aus dem Herbstprogramm als Rezensionsexemplar hat zu kommen lassen! An dieser Stelle schon einmal ein Dankeschön dafür!

„Blutpsalm“ von Meredith Winter lockte mich dabei mit einer spannenden Inhaltsangabe, in der es um einen Pastor geht, der sich in einem kleinen 800 Seelendorf in eine Prostituierte verliebt. Da sind die Probleme vorprogrammiert, allerdings kommt es dann auch noch zu einer rätselhaften Mordserie, die eindeutig mit dem ungleichen Paar in Verbindung steht…

Ob mich „Blutpsalm“ auch abseits von der Inhaltsangabe überzeugen konnte – das gibt’s, wie immer, nach dem Sprung!

[Prädikat: Spoilerfrei!]

sdr

Titel: Blutpsalm

Autor: Meredith Winter

Erschienen: 1. September 2017

Verlag: Sommerburg Verlag

Seiten: 208

Sprache: Deutsch

Preis: 9,99€

Rezensionsexemplar – Danke an den Sommerburg Verlag!

 

Inhalt:

Sommerburg – eine verschlafene 800 Seelengemeinde, irgendwo im Norden Deutschlands.
Ein Dorf, dessen Bewohner so akkurat und tadellos wie aus einer Reklame zu sein scheinen. Bis zu dem Tag, an dem eine brutale Mordserie den Ort erschüttert und Jonathan, der junge Pastor, sich in eine Prostituierte verliebt. Während die männlichen Bewohner nach und nach tot mit einem Fleischermesser in der Brust aufgefunden werden, zeigen die Einwohner allmählich ihr wahres Gesicht. Und auch Jonathan muss vor seiner Gemeinde zugeben, dass er bei Weitem nicht so fromm ist, wie alle bisher geglaubt haben …

Quelle: Sommerburg Verlag

Meine Meinung:

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, hat mich vor allem die Inhaltsangabe des Buches gelockt: Skandale oder Umwälzungen in (kleinen) Dörfern gehören momentan zu meinen liebsten Gegenständen in Büchern, einfach, weil es so unfassbar spannend ist die kleinen und großen Wellen zu sehen. Und was funktioniert da besser als eine Mordserie und ein Pastor, der sich in eine Prostituierte verliebt?

Leider hat mich „Blutpsalm“ diesbezüglich nicht dort abgeholt, wo ich es mir erhofft hatte. Beginnen möchte ich zunächst mit dem Schreibstil: schon zu Anfang merkt man, dass dieser ein bisschen umständlich wirkt und in meinen Augen nicht immer reibungslos fließt. Gerade bei Sätzen, die perfekt als Filler hätten funktionieren können – um den Leser durchatmen zu lassen – war mir der Anteil an Adjektiven und ähnlichem einfach zu hoch. Dadurch brauchte ich meine Zeit, um den Weg ins Buch zu finden und auch danach eckte ich manchmal noch ab und zu an. An einer Stelle sagt der weibliche Hauptcharakter, Marlene, dass der junge Pastor Jonathan in einer viktorianischen Fantasiewelt lebt – und genau so spricht und denkt er auch manchmal. Für seine Charakterdarstellung ein Plus, für mein persönliches Leseempfinden eher ein Minus. Zudem ich eine gewisse Diskrepanz zwischen zu vielen Details – zum Beispiel in den Beschreibungen von Tätigkeiten oder Gesten, deren Atmosphäre haargenau eingefangen werden soll – und zu wenig Details – beispielsweise beim world building – feststellte.

Womit wir auch schon beim zweiten Thema wären: dem pacing. Das Buch macht es dem Leser sehr leicht einzusteigen, lädt ihn ein, nimmt ihn mit und wenn man am Ende absteigt, muss man erst einmal Luft holen. Die Spannung verfliegt nie, was das angeht, hat die Autorin voll ins Schwarze getroffen. Auch hier kommt für mich jedoch wieder eine persönliche Präferenz zum Tragen: das Durchatmen zwischendurch. Das geschieht in diesem Buch für meinen Geschmack nämlich zu selten. Der Leser wird, wie bereits gesagt, zu Beginn sofort in die Handlung mit genommen, bekommt allerdings nur wenig Informationen zu den Umständen, dem Setting, etc. Ja, wir befinden uns in einem kleinen Dorf, aber wie ist es dort? Welche Eigenheiten hat es? Einfach ein paar schmückende Sätze um die rasante Handlung herum, die dem Leser die Möglichkeit geben erst einmal in die Atmosphäre einzutauchen – mir persönlich hat das ein wenig gefehlt.

Ähnlich verhielt es sich mit den Charakteren: Jonathan, der junge Pastor, und Marlene, die Edelprostituierte mit der dunklen Vergangenheit, sind sehr gut umrissen. Man kann sich nach wenigen Seiten bereits vorstellen, welche Art von Mensch sie sind, welche Eigenheiten sie haben und was ihnen wichtig ist. Denn trotz meiner Kritik am Schreibstil schafft es das Buch seine eigene Stimmung gut einzufangen.

Leider ergaben aber die Eigenheiten der Charaktere für mich ein paar Schwierigkeiten: sowohl Jonathan als auch Marlene sind sehr, sehr impulsiv und haben einen kleinen Hang zum Dramatischen. Ähnlich wie der rasante Plot um die Mordfälle, scheinen auch die beiden auf ihrer Achterbahnfahrt möglichst viele Höhen und Tiefen in der schnellstmöglichen Zeit abzuhandeln. Da das Buch mit Daten versehen ist, lässt sich recht gut erkennen, wie schnell alles geht. Bereits nach wenigen Seiten haben die beiden Diskussionen und Streits, die eher anmuten als würden sie sich schon Monate kennen. Zumal manchmal Dispute ausbrechen, die wirklich sehr einfach hätten verhindert werden können und darauf manchmal Erklärungen folgten, die ich persönlich als dürftig empfand. Später ist die Rede von „Liebe auf den ersten Blick“ und das macht bei dem Tempo, dass die beiden an den Tag legen auch durchaus Sinn, aber selbst dann ist mir persönlich die Schnelligkeit einfach ein bisschen zu … schnell.

Beide Charaktere tragen außerdem ein paar Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit mit sich herum. Bei der Auflösung dieser wirkten – gerade bei Jonathan – manche Szenen, in meinen Augen, wirklich unfreiwillig komisch und gaben mir persönlich an einer recht wichtigen Stelle des Buches eine zu starke Prise ungewollter Komik hinein.

Last but not least wäre da noch der Mordfall: wie bereits in der Inhaltsangabe beschrieben, werden die Morde alle auf die gleiche Weise ausgeführt – den Opfern ragt immer ein Fleischermesser aus der Brust. Das brisante daran ist, dass die Morde aber auch alle in direkter Verbindung zu Marlene stehen. Ein sehr, sehr interessanter Mordfall, der mich ein wenig mehr bei der Stange hielt als die Geschichte um Jonathan und Marlene. Das einzige Manko war für mich, dass manche Sachen zu früh aufgelöst wurden und ein bisschen Detektivarbeit für den Leser die Sache noch ein bisschen spannender gemacht hätte. So wissen wir schon nach etwas mehr als der Hälfte des Buches, wer da mordend durch das Dorf läuft (und teilweise so präzise und schnell zuschlägt wie ein Ninja!). Für mich persönlich war die Klimax also ein wenig zu früh, was der Story nach der großen Enthüllung ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen hat.

So viel also zur Story des Buches. Nun noch ein zwei Worte zum drumherum: zur Gestaltung des Covers zum Beispiel. Das Buch sieht aus wie ein Krimi, allerdings kann man das Wort „Psalm“ nur schwierig entziffern, da der Buchstabe „P“ etwas schwer zu erkennen ist. Ich habe es ein paar Freunden vorgehalten und da hat es immer ein bisschen gedauert, bis das „P“ entdeckt wurde.

Zudem war das Layout im Buch manchmal ein bisschen off, hier und da war mal ein Komma zu viel oder die Anführungszeichen fehlten. Das kann aber natürlich auch daher rühren, dass ich ein Rezensionsexemplar bekommen habe und diese manchmal noch nachredigiert werden. Meine Leseeindruck hat das zumindest nicht sehr stark beeinflusst.

„Blutpsalm“ ist also ein rasanter Krimi, der für Leser, die viel Spannung, einen schnellen Einstieg, leichtes Lesevergnügen und ein bisschen Erotik haben wollen, genau das richtige! Für mich persönlich war das Buch leider zu schnell und bei dieser geschäftigen Geschichte – mit nur etwas mehr als 200 Seiten – auch zu kurz. Gern hätte ich eine dickere Jacke um das Gerüst des Plots herum gesehen.

Rating: ☆☆ – – –

*

Habt ihr „Blutpsalm“ gelesen? Lest ihr lieber schnelle Krimis, die Dauerspannung bieten, oder lieber Krimis, die nur langsam ins Rollen kommen?

Lasst es mich wissen!

Eure Tabi♥

Weitere Rezensionen zu „Blutpsalm“:

Janna von KeJas Buchblog:

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2 Gedanken zu “[Review]: Blutpsalm von Meredith Winter

  1. Huhu meine Feine,
    ein wirklich gute Besprechung der ich leider nur zustimmen kann! Mehr von mir kommt dann in meiner Besprechung, in der ich dich gerne verlinke (=

    Gefällt mir

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